In einem neuen Forschungsvorhaben untersucht der AGFW die Möglichkeiten, Fernwärmeverteilleitungen mit Schlauch-Linern zu sanieren.

Testrohr mit Schadstelle, das mit einem Schlauch-Liner aus nahtlosem Glasfaser-Gewebeschlauch saniert wurde (Quelle: AGFW)

Das Forschungsvorhaben „Sanierung von Fernwärme-Verteilleitungen durch GFK-Druckschlauch-Liner im Bestand und bei innovativen Verlegesystemen – SaniFern“ startete am 1. April 2022. Ziel des dreijährigen Projekts ist es, belastbare Aussagen zu technischen und wirtschaftlichen Grundlagen für die Sanierung von Fernwärmeverteilleitungen treffen zu können.

Sanierung mit Schlauch-Linern

SaniFern ist das Folgevorhaben zum Projekt „FW-Liner“, das gezeigt hat, dass vor Ort erhärtende Schlauch-Liner aus nahtlosem Glasfaser-Gewebeschlauch (GFK-Liner) prinzipiell als Sanierungsverfahren für Fernwärmeleitungen einsetzbar sind. Diese werden an Zugangspunkten in die Leitungen eingebracht, dort an den Innenwänden angelegt und ausgehärtet. Die speziellen Materialien erfüllen die hohen spezifischen Anforderungen hinsichtlich der mechanischen, thermischen und chemischen Belastbarkeit und haben bei Labortests mit ausreichenden Zeitstandfestigkeiten überzeugt.

Ziele des Forschungsvorhabens

Nun sollen die GFK-Druckschlauch-Liner im Einsatz in Verteilleitungen mit deren besonderen Gegebenheiten untersucht werden. So soll eine technische Lösung für Leitungsabschnitte gefunden werden, die Abzweigungen – wie etwa Hausanschlüsse – haben.

Das Forschungsvorhaben soll belastbare Erkenntnisse zur erwarteten technischen Nutzungsdauer im Feld liefern. Ebenso werden die finanziellen Aspekte des Sanierungsverfahrens analysiert, damit Energieversorgungsunternehmen auch eine wirtschaftliche Entscheidungsgrundlage erhalten. Durch die Entwicklung von Typprüfungen für in Fernwärmesystemen einsatzbare Liner sollen zudem grundlegende Hilfestellungen zum Planungs- und Bauablauf geschaffen werden. Damit sowie durch das Erstellen von konkreten Planungsinstrumenten und Betriebskonzeptionen können organisatorische Hürden zur praktischen Anwendung des Sanierungsverfahrens reduziert werden.

EHP-Redaktion

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