Einhub des 130 t schweren Bohrers in die Baugrube (Quelle: Sachsen-Energie/Eric Münch)
Sachsen-Energie baut an der Nossener Brücke einen neuen unterirdischen Medientunnel, in dem ab Herbst 2026 die Fernwärme- sowie Strom- und Telekommunikationsleitungen verlaufen werden. Ab dem 11. August soll sich der Bohrer täglich 12 m vom Gelände hinter dem Heizkraftwerk parallel zur Nossener Brücke unter den Bahngleisen bis zur Zwickauer Straße durch den Untergrund arbeiten.
Das rotierende Schneidrad von 4 m Durchmesser arbeitet sich, vorwärts getrieben durch mächtige Hydraulikpressen, Stück für Stück durch Erde und Gestein. Gleichzeitig werden dahinter Stahlbetonrohre eingepresst. Etwa 23 Tage – bis zum 2. September – braucht der Bohrer, um insgesamt 280 m zurückzulegen und dabei rund 3.500 m3 Erd- und Felsmaterial auszuheben. Die zurückzulegende Strecke ist geradlinig mit einer Steigung von 0,8 %. Die Arbeiten finden täglich statt, störende Einschränkungen für die Anwohnenden durch Lärm oder Vibrationen sollten nicht entstehen.
Vorbereitende Bauarbeiten
Die Neuverlegung der Leitungen ist eine notwendige und vorbereitende Maßnahme für den Neubau der Nossener Brücke. Diese wird mit der geplanten Campuslinie deutlich breiter sein, sodass kein Platz mehr für die jetzt oberirdisch verlaufenden, gut sichtbaren Leitungen parallel zur Nossener Brücke ist.
Im Sommer 2024 hat Sachsen-Energie mit den ersten vorbereitenden Bauarbeiten für den unterirdischen Tunnel begonnen. Anschließend wurden zwei 20 m tiefe und bis in das Festgestein reichende kreisrunde Baugruben am Anfang und am Ende des späteren Tunnels ausgehoben. In der Start- und Zielgrube stehen später die Bauwerke, die die neuen Tunnelleitungen mit den bestehenden Netzen verbinden.
Im Herbst 2026 soll der Tunnel fertiggestellt sein. Die Gesamtkosten für den Bau des Tunnels liegen aktuell bei über 30 Mio. €, die innerhalb des Stadtbahnprojekts Campuslinie u.a. durch Fördermittel finanziert werden.