Vier Männer mit Helmen in einem Betontunnel, in dem Fernwärmerohre verlaufen.

Begehen den fertigen Mediendüker an der Nossener Brücke (v.l.): Dirk Peuss, Geschäftsführer ARGE Eiffage Mediendüker Dresden, DVB-Vorstand Lars Seiffert, Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Stadt Dresden, und Dr. Frank Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Sachsen-Energie (Quelle: Oliver Killig)

Da die Versorgungsleitungen im künftigen Brückenbauwerk keinen Platz mehr hätten, wurden sie in den rund 280 m langen, begehbaren Mediendüker verlegt. Nun können die Arbeiten für den Neubau der Nossener Brücke und die neue Straßenbahntrasse beginnen. Zuvor entfernt Sachsen-Energie in den kommenden Wochen noch die Rohrbrücke, in der vorher die Fernwärmeleitungen lagen. 

Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Stadt Dresden: „Mit der Fertigstellung des Mediendükers wird sichtbar, wie viele Einzelprojekte notwendig sind, um große Zukunftsvorhaben zu verwirklichen. Der Tunnel selbst bleibt später unsichtbar, seine Bedeutung für Dresden ist jedoch groß. Er schafft die Voraussetzungen für den Neubau der Nossener Brücke und damit für die Campuslinie, die Wissenschaftsstandorte, Arbeitsplätze und Wohnquartiere künftig noch besser miteinander verbinden wird.“

Dr. Frank Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Sachsen-Energie: „Der Mediendüker ist weit mehr als ein Tunnel für Leitungen. Mit ihm schaffen wir die infrastrukturelle Grundlage für die kommenden Jahrzehnte und erhöhen gleichzeitig die Versorgungssicherheit. Er verbindet Versorgung, Mobilität und Stadtentwicklung und macht den nächsten Schritt eines der wichtigsten Verkehrsprojekte Dresdens möglich. Die pünktliche Fertigstellung ist deshalb ein großer Erfolg für alle Projektpartner. Mein Dank gilt den Mitarbeitenden der Sachsen-Energie sowie der Arbeitsgemeinschaft ARGE Eiffage Mediendüker Dresden und dem Ingenieur- und Consulting-Unternehmen ICL für die Planung, die das Projekt in unserem Auftrag erfolgreich umgesetzt hat.“

Anspruchsvolles Infrastrukturprojekt

Der Bau des Mediendükers war ein technisch anspruchsvolles Infrastrukturvorhaben. Die ARGE Eiffage Mediendüker Dresden errichtete den Tunnel in geschlossener Bauweise unter mehreren stark frequentierten Bahngleisen, ohne den Bahnbetrieb zu beeinträchtigen. 

Dirk Peuss, Geschäftsführer ARGE Eiffage Mediendüker Dresden: „Arbeiten in großer Tiefe, schwierige geologische Bedingungen und die Unterquerung stark frequentierter Fernbahn- und Rangiergleise erforderten höchste Präzision. Dass der Tunnel planmäßig hergestellt werden konnte, ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten.“ 

Für die Bohrung kam in rund 20 m Tiefe eine Spezial-Tunnelbohrmaschine mit einem 4 m großen Schneidrad zum Einsatz. Während des Bohrvortriebs wurden hinter der Maschine gleichzeitig die Stahlbeton-Tunnelsegmente eingebaut. So entstand ein begehbarer Versorgungstunnel mit einem Innendurchmesser von etwa 3 m. Zusätzliche Herausforderungen ergaben sich aus den geologischen Bedingungen. Die Arbeiten erfolgten teilweise in verschiedenen quellfähigen Sedimentgesteinen sowie in Bereichen mit geringer Überdeckung zu den darüberliegenden Gleisanlagen. Entsprechend hoch waren die Anforderungen an Planung, Vermessung und Bauüberwachung. Für die Baugruben und den Düker wurden rund 12.300 t Erd- und Felsmaterial ausgehoben. 

Anders als bei einer klassischen Leitungsverlegung im Rohrgraben entsteht mit dem Mediendüker ein dauerhaft zugänglicher Infrastrukturraum. Leitungen können künftig kontrolliert, gewartet oder bei Bedarf ergänzt werden, ohne die Oberfläche erneut aufgraben zu müssen. 

Unsichtbare Grundlage der Campuslinie

Die Campuslinie gehört zu den bedeutendsten Dresdner Verkehrsprojekten der kommenden Jahre. Mit der neuen Straßenbahnstrecke wird die stark nachgefragte Buslinie 61 entlastet. Gleichzeitig entstehen neue Direktverbindungen zwischen Wohngebieten, Arbeitsstandorten und der Technischen Universität Dresden. Die neue Trasse verbessert die Erreichbarkeit des Universitätscampus und stärkt die Anbindung des Dresdner Westens an den öffentlichen Nahverkehr. 

Nach Angaben der Projektpartner werden künftig täglich rund 18.700 Fahrgäste von der neuen Verbindung profitieren. Mit dem Neubau der Nossener Brücke entstehen zudem barrierefreie Haltestellen sowie neue Umsteigemöglichkeiten zwischen Straßenbahn, Bus und einer geplanten S-Bahn-Station. 

Lars Seiffert, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe: „Der Mediendüker zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel der Projektpartner für die Campuslinie ist. Die Sachsen-Energie schafft mit diesem Bauwerk eine zentrale Voraussetzung für den Bau der Nossener Brücke und der Campuslinie, welche für die DVB mit das wichtigste Infrastrukturvorhaben für einen zukunftsfähigen ÖPNV ist. Gleichzeitig bringen wir uns mit erheblichen Eigen- und Fördermitteln in das Gesamtprojekt ein. So leisten alle Partner ihren Beitrag dazu, dass aus der Planung Schritt für Schritt neue Infrastruktur für Dresden wird.“

Die Gesamtkosten für den Bau des Tunnels liegen bei rund 30 Mio. €, die innerhalb des Stadtbahnprojekts Campuslinie u.a. durch Fördermittel finanziert werden.

EHP-Redaktion

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