Zentrale Bestandteile des Praxistests: Eine bidirektionale DC-Wallbox mit integriertem Energiemanagementsystem sowie ein ISO-15118-fähiges Elektroauto, das Energie bidirektional übertragen kann.

Zentrale Bestandteile des Praxistests: Eine bidirektionale DC-Wallbox mit integriertem Energiemanagementsystem sowie ein ISO-15118-fähiges Elektroauto, das Energie bidirektional übertragen kann. (Bildquelle: Jonas Ziegler/LVN)

Im Mittelpunkt des SCALE-Projekts steht der Ansatz, durch bidirektionales Laden und intelligentes Energiemanagement den Eigenverbrauch in Einfamilienhäusern zu erhöhen und gleichzeitig neue Möglichkeiten der Teilnahme am Energiemarkt zu eröffnen.

Nach einer offenen Ausschreibung im September 2025 wurden drei Pilothaushalte im LVN-Netzgebiet ausgewählt. Alle verfügen über eine PV-Anlage sowie ein ISO-15118-fähiges Elektroauto, das Energie bidirektional übertragen kann – eine zentrale Voraussetzung für den V2H-Einsatz.

In den vergangenen Wochen wurde die vollständige technische Infrastruktur für den Praxistest installiert. Dazu gehören:

  • bidirektionale DC-Wallboxen des Herstellers Ambibox mit integriertem Energiemanagementsystem
  • intelligentes Messequipment zur Erfassung aller Energieflüsse im Haushalt (PV, Wärmepumpe, Batteriespeicher, Wallbox)
  • eine LVN-Steuerbox (neoflex-Box) als zentrale Steuerkomponente für einen sicheren und gesetzeskonformen Betrieb nach §14a EnWG

Das Herzstück des Praxistests ist die LVN-Steuerbox. Sie überwacht den lokalen Netzzustand in Echtzeit, arbeitet weitgehend autonom und verhindert zuverlässig Überlastsituationen. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass möglichst viel Solarstrom direkt im Haushalt oder in der Fahrzeugbatterie gespeichert und genutzt wird.

Auch die Pilotfahrzeuge wurden erfolgreich integriert. Der Feldversuch startete planmäßig im November 2ß26 und wird bis November 2026 fortgeführt. Während dieser Zeit werden technische Performance, Energieflüsse und Systemstabilität kontinuierlich erfasst und ausgewertet.

Meilensteine der bisherigen V2H-Entwicklung im Projekt SCALE

Bereits vor Beginn der Feldphase konnten wesentliche technische Grundlagen gelegt werden. Zu den zentralen Meilensteinen zählen:

  • Entwicklung einer robusten Systemarchitektur mit klar definierten Anforderungen
  • vollständig validierte End-to-End-Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug, Wallbox und LVN-Steuerbox
  • nachgewiesener, stabiler und §14a-konformer Betrieb im Realversuch
  • offenes, standardisiertes und skalierbares Systemdesign (OCPP, EEBUS, ISO 15118-2 VAS)

Die Kombination aus interoperablen Standards und einem intelligenten, netzdienlichen Steuerkonzept zeigt großes Potenzial – sowohl für zukünftige Energieanwendungen im privaten Wohnumfeld als auch für andere Verteilnetzbetreiber.

Über SCALE

SCALE ist ein europaweites Forschungsprojekt, das innovative Lade- und Energiemanagementlösungen für das Zusammenspiel von E-Mobilität und Stromnetz entwickelt und testet. Ziel ist es, durch offene Standards, hohe Skalierbarkeit und praxisnahe Pilotprojekte die Einführung von Smart Charging, V2H und V2G in Europa voranzutreiben.

ew-Redaktion

Ähnliche Beiträge