Digitalisierung: Wirtschaft fordert Tempo beim Stromnetzausbau

Tennet sieht den Gesetzgeber in der Pflicht, den Bundesbedarfsplan für neue Stromleitungen zügig umzusetzen (Bildquelle: Tennet)

Der Zugang zu leistungsfähiger Strominfrastruktur entwickelt sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu einem zentralen Standortfaktor. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von TenneT Germany unter rund 2000 Entscheidern der deutschen Wirtschaft.

Für die große Mehrheit (90 %) der Wirtschaft ist klar: Rechenzentren werden zu einem zentralen Treiber des künftigen Stromverbrauchs. Gleichzeitig hält eine Mehrheit (60 %) es für wahrscheinlich, dass Engpässe bei der Stromversorgung die Entwicklung Deutschlands zu einem führenden Digitalstandort bremsen könnten. Zugleich sind zwei Drittel (69 %) der Entscheider der Ansicht, dass Stromnetze und Netzanschlüsse für Rechenzentren politisch bislang nicht ausreichend priorisiert werden. Vor diesem Hintergrund begrüßt Tennet Germany ausdrücklich, dass die Bundesregierung eine Rechenzentrumsstrategie angekündigt hat, die es nun zügig umzusetzen gelte. 

Zwei klare politische Handlungsaufträge

Rund drei Viertel (74 %) der Befragten sind überzeugt, dass das deutsche Stromnetz nicht ausreichend ausgebaut ist, um künftige Anforderungen zu erfüllen. Aus diesen Ergebnissen leitet sich aus Sicht von Tennet ein klarer politischer Handlungsauftrag ab. Zwei Schritte sind laut Tennet entscheidend: "Wir brauchen schnell grünes Licht für dringend benötigte Stromleitungen im Übertragungsnetz und für Umspannwerke. Das ist die Voraussetzung, um Rechenzentren, Industrie, Batteriespeicher und neue Kraftwerke möglichst schnell ans Netz zu bringen und den wachsenden Bedarf der Verteilnetzbetreiber zu bedienen. Daher braucht es Tempo bei der Verabschiedung des Bundesbedarfsplangesetzes."

Zudem brauche es neben dem Netzausbau ein transparentes und rechtssicheres Verfahren, das der realen Knappheit von Netzkapazitäten Rechnung trägt. Übergeordnetes Ziel müsse sein, die knappe Ressource Netzanschluss volkswirtschaftlich so effizient wie möglich zu nutzen. Dazu beitragen können eine stärkere Priorisierung nach Projektreife sowie eine differenzierte Kontingentierung von Netzanschlüssen nach Kundengruppen.

np-Redaktion

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