Flexible Landstromlösung für schwimmende Fähranleger

Die Landstromlösung ersetzt künftig die Bordgeneratoren während der Hafenliegezeiten (Bildquelle: Paul Vahle GmbH & Co. KG)

Die technische Umsetzung stellte besondere Anforderungen: Die Liegeplätze befinden sich auf schwimmenden Pontons, deren Position sich durch Gezeiten und Strömung ständig verändert. Dadurch variieren sowohl die Anschlusshöhe als auch der Abstand zwischen Schiff und Infrastruktur.

Das sogenannte "Stinger-System" von Vahle führt dabei die Stromschiene über Kopf und verlagert sie damit aus dem Arbeitsbereich. Stolperfallen, unbeabsichtigter Kontakt mit Strom und Kollisionen werden vermieden. Ursprünglich für Wartungsbereiche von S- und U-Bahnen entwickelt, wurde die Technologie für den maritimen Einsatz auf eine leistungsfähige Drehstromversorgung umgestellt.

Balancer entlasten Fährpersonal

Das entwickelte System erstreckt sich über rund 30 m entlang des Pontons. Ein verfahrbarer Wagen bringt den Stromanschluss exakt zur Position der jeweiligen Fähre und gleicht Bewegungen zwischen Schiff und Anleger aus. Die Hauptstromschiene überträgt Leistungen von bis zu 860 A bei 400 V, was perspektivisch auch das Laden vollelektrischer Fähren ermöglicht. Zusätzlich zur Energieversorgung integriert die Lösung Steuer- und Datenübertragungssysteme, die einen zuverlässigen Betrieb sicherstellen.

Um das Fährpersonal zu entlasten, integrierte Vahle industrielle Balancer in das bewegliche System. Diese tragen das Gewicht der Anschlusskomponenten und ermöglichen es den Fährführern, den Anschluss ohne großen Kraftaufwand zum Stromanschluss zu führen und dort anzukoppeln. 

np-Redaktion

Ähnliche Beiträge