Offshore-Netzanabindung: Unnötige Mehrkosten bei 20-%-Überbauung

Die Studie zeigt, in welchem Bereich eine Überbauung volkswirtschaftlich sinnvoll ist (Bildquelle: EnBW/Rolf Otzipka)

Die im Auftrag des Bundesverbands Windenergie Offshore (BWO) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) entstandenen Studie liefert erstmals belastbare Zahlen zur volkswirtschaftlich optimalen Überbauung von Offshore-Netzanbindungen. Diese untersucht vier bislang unbebaute Offshore-Flächen in der deutschen Nordsee.

Das Ergebnis: Die volkswirtschaftlich optimale Überbauung liegt, je nach Gebiet und Szenario, zwischen 5 und 10 %. Die damit einhergehende Abregelung des erzeugten Stroms beträgt 3 bis 5 %. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht liegt das Optimum laut den Studienautoren hingegen niedriger, bei etwa 2,5 bis 5 %. Der volkswirtschaftlich optimale Wert übersteigt somit das wirtschaftliche Optimum von Entwicklern.

Unter Überbauung (engl. Overplanting) versteht man, dass die installierte Leistung eines Offshore-Windparks höher ist als die Kapazität seiner Netzanbindung. Dadurch soll die Netzinfrastruktur auch bei schwachem Wind gleichmäßiger ausgelastet werden. In Zeiten mit starkem Wind und hoher Stromproduktion kann die Netzanbindung den erzeugten Strom nicht aufnehmen.  Der überschüssige Strom wird abgeregelt und verfällt damit ungenutzt.

Überbauung flächenspezifisch umsetzen

"Eine pauschale Verpflichtung zu einem Überbauungswert von 20 Prozent würde die volkswirtschaftlichen Kosten unnötig in die Höhe treiben, sagt Stefan Thimm, Geschäftsführer des BWO. "Projektentwickler überbauen bereits heute im Bereich des betriebswirtschaftlich Sinnvollen und Möglichen. Entscheidend ist, dass Überbauung flächenspezifisch und im wirtschaftlich sinnvollen Rahmen umgesetzt wird. Darüber hinaus gehende Forderungen würden zu höheren Investitionsrisiken führen, diese müssten kompensiert werden. Diese werden sich zwangsläufig in höheren Strompreisen widerspiegeln", so Thimm weiter.

np-Redaktion

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