ABB liefert Phasenschiebersysteme, die das Stromnetz der Färöer bei der Umstellung von fossiler auf erneuerbare Stromerzeugung stabilisieren werden.

Bis 2030 soll auf den Färöer-Insel 100 % des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen werden (Bild: ABB)

Die erste Einheit wird derzeit auf der Insel Suðuroy in Betrieb genommen. Jetzt hat SEV eine zweite für Sund auf Streymoy bestellt, der größten und bevölkerungsreichsten Färöer-Insel.

Der Energieversorger verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Die abgelegenen Färöer im Nordatlantik sollen die grünste Inselgruppe der Welt werden. Bis 2030 sollen 100 % des Stroms aus grünen Energien wie Wasser-, Solar-, Wind- und möglicherweise Gezeitenenergie gewonnen werden. Dies ist nicht nur eine wichtige Maßnahme für den Klimawandel. Der Verzicht auf teuer importierte fossile Brennstoffe wird den Färöern auch wirtschaftliche Vorteile bringen.

Die Abschaltung der bestehenden Dieselkraftwerke könnte sich jedoch auf die Stabilität des SEV-Netzes auswirken, da damit auch rotierende Maschinen wegfallen, die sonst mit ihrer inhärenten Massenträgheit Netzschwankungen ausgleichen. Zudem sind die Färöer nicht über Stromkabel mit Nachbarländern verbunden, so dass kein Strom importiert werden kann.

Um diese Herausforderung zu meistern, liefert ABB in Zusammenarbeit mit SEV eine innovative Technologie in Form von rotierenden Phasenschiebern. Dabei handelt es sich um rotierende elektrische Maschinen, die Stromnetze stärken und diese bei Schwankungen der Verbraucherlast und der erneuerbaren Energieerzeugung stabil halten können.

„Wir wollen unsere natürlichen nachhaltigen Energieressourcen nutzen, damit wir auf Öl verzichten können”, sagt Magnus Rasmussen, der färöische Minister für Umwelt, Industrie und Handel. „So können wir unsere Onshore- und Offshore-Energieversorgung zukunftssicher machen.”

„Es besteht ein zunehmender Bedarf an dezentralen Lösungen, die für Netzstabilität und Netzresilienz sorgen. Phasenschieber können bei der Stärkung schwacher Netze, insbesondere in abgelegenen Gebieten, eine zentrale Rolle spiele”, betont Heikki Vepsäläinen, Leiter der ABB-Division Large Motors and Generators. „Wir erwarten, dass Netzbetreiber weltweit zunehmend Phasenschieber einsetzen werden, weil die Dekarbonisierung der Stromerzeugung immer dinglicher wird.”

Das erste Phasenschiebersystem befindet sich im 8-MVA-Windpark Porkeri auf Suðuroy, einer Insel im Süden des Archipels mit eigenem Stromnetz. Die Anlage wurde von ABB in Schweden gebaut. Sie befindet sich derzeit in der Testphase und soll in der ersten Jahreshälfte 2022 voll in Betrieb gehen. Kombiniert mit einem Batteriespeichersystem könnte der Synchronkondensator die 100-prozentige Deckung des Strombedarfs der Insel aus Windenergie bei guten Windverhältnissen möglich machen.

Der zweite rotierende Phasenschieber wird in Sund installiert, unweit der färöischen Hauptstadt Tórshavn auf der Insel Streymoy. Er soll 2023 in Betrieb gehen.

np-Redaktion

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