Tennet hat die Planfeststellungsunterlagen für die Elbquerung der SuedLink-Gleichstromkabel bei der Bundesnetzagentur eingereicht.

Querschnitt des Tunnelbauwerks, in dem SuedLink auf gut 5 km Länge in rd. 20 m Tiefe unter der Elbe hindurchgeführt werden soll (Bild: Tennet)

Tennet-COO Tim Meyerjürgens sagte: "SuedLink stellt in diesem Jahr die Weichen für den Bau: Die Produktion der Kabel wurde kürzlich gestartet, die Kabelzwischenlager für die Anlieferung der ersten Kabeltrommeln werden ausgebaut und es werden alsbald auch die letzten beiden Konverteraufträge vergeben. Mit Einreichung der Planfeststellungsunterlagen für die einzelnen SuedLink-Abschnitte biegen wir jetzt auf die Zielgerade des Genehmigungsverfahrens ein. Den Anfang im Baubereich von Tennet macht jetzt der planerisch und technisch äußerst anspruchsvolle Abschnitt zur Elbquerung. Das ist der letzte wichtige Schritt im Genehmigungsverfahren zum Planfeststellungsbeschluss, nach dessen Erhalt wir mit dem Bau dieses Abschnitts an der Elbe beginnen können."

In seiner Video-Grußbotschaft sagte Dr. Patrick Graichen, Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz: "SuedLink ist ein zentrales Projekt für die Energiewende. Es sind daher gute Nachrichten, dass der bautechnisch komplexe Abschnitt der Elbquerung einen Verfahrensschritt weiter ist. Für das anstehende Planfeststellungsverfahren und den Bau muss das Projekt SuedLink aber insgesamt schneller als bisher vorankommen. Die Politik hat mit dem Energiesofortmaßnahmenprogramm den Weg dafür geebnet."

Vor einer Rückprojektionswand führte Tim Meyerjürgens die beiden Landesminister für Energie der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Tobias Goldschmidt und Olaf Lies, mit Hilfe einer digitalen Animation durch die künftigen Tunnelbauwerke an den Elbeufern und entlang des Kabeltunnels. Dabei erläuterte er auch die konkret geplante Kabelführung, die Funktion der Kabelmuffen sowie technische Besonderheiten des Bauwerks und des Kabeleinzugs. Die Veranstaltung fand statt in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik sowie Interessenvertretern von Initiativen und Verbänden, Bürgern, Landwirten und Landeigentümern der SuedLink-Trasse.

Nach Feststellung der Vollständigkeit der nun eingereichten Unterlagen wird voraussichtlich im August 2022 das formelle Verfahren durch die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde beginnen. Die Prüfung der eingereichten Unterlagen wird von einer umfangreichen formellen Beteiligung der Öffentlichkeit begleitet werden.

Hintergrund

Im Bereich der Elbquerung wird SuedLink auf gut 5 km Länge in rd. 20 m Tiefe unter der Elbe hindurchgeführt. Das wird mithilfe eines Tunnelbauwerks, dem größten Sonderbauwerk von SuedLink, realisiert. Dafür ist es notwendig, auf beiden Seiten der Elbe je ein Zugangs- bzw. Betriebsgebäude mit Schächten zu errichten: Der Startschacht entsteht südwestlich der Gemeinde Wewelsfleth (Schleswig-Holstein), der Zielschacht in Wischhafen bei Freiburg (Niedersachsen). Tennet plant, den Tunnel in der Tübbing-Bauweise zu errichten. Dabei gräbt sich die Tunnelbohrmaschine wie ein Maulwurf unter der Elbe hindurch und kleidet den Tunnel ringförmig mit vorgefertigten Betonringen, sog. Tübbingen, aus. Die Tübbinge werden über den Startschacht in Schleswig-Holstein bereitgestellt.

Diese Bauweise entspricht derjenigen der vierten Röhre des Hamburger Elbtunnels, die 2002 fertiggestellt wurde. Der SuedLink-Tunnel wird mit einem Innendurchmesser von etwa 4 m geplant und wird zu Wartungs- und Reparaturzwecken jederzeit durch geschultes Betriebspersonal begehbar sein. Die Bauzeit für den Bereich der Elbquerung wird voraussichtlich fünf Jahre in Anspruch nehmen: von den bauvorbereitenden Maßnahmen über den Tunnelvortrieb bis zum Bau der Schachtgebäude und der Landschaftsgestaltung.

np-Redaktion

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