Das aktuelle Pilotprojekt wurde zusammen mit dem Kabelhersteller NKT umgesetzt (Bildquelle: Amprion GmbH)
Das BEK wird während Bauphasen eingesetzt, um Strom sicher weiterzuführen, auch wenn bestehende Leitungen vorübergehend außer Betrieb sind. Neu ist dabei vor allem eines: Das Kabel kann mehrfach verwendet werden. Bislang mussten vergleichbare Lösungen nach einmaligem Einsatz oft entsorgt werden.
Gemeinsam mit den anderen Übertragungsnetzbetreibern Tennet Germany, 50Hertz und TransnetBW hat Amprion ein ÜNB-übergreifendes Lastenheft erarbeitet, um einen einheitlichen Standard zu schaffen. Basierend auf diesen Anforderungen wurde daraus eine Spezifikation des Kabelsystems erstellt und das aktuelle Pilotprojekt zusammen mit dem Hersteller NKT umgesetzt, was den Weg für zukünftige BEK-Einsätze ebnet.
Möglichst kompaktes System
Dr. Christoph Jörgens, zuständiger Projektleiter der Kabeltechnik, erklärt: "Das Besondere an diesem Baueinsatzkabel ist die sehr hohe Spannung von 380 Kilovolt. Bisher werden Baueinsatzkabel nur bis 220 Kilovolt eingesetzt. Ab 380 Kilovolt werden die Bauteile größer, die geforderten Abstände und Isolierungen nehmen zu, und die Kabel werden schwerer – das erschwert Transport und Installation. Ziel war deshalb, das 380-kV-System möglichst kompakt zu halten und gleichzeitig alle Normen einzuhalten." Hermann Schneider, Projektleiter für Freileitungsbauprojekte im Rheinland, erklärt: "Damit diese Baumaßnahmen die Versorgungssicherheit und die Systemstabilität des Netzes nicht beeinflussen, wurde eine Leitungsverbindung zwischen zwei Bestandsmasten mit diesem Baueinsatzkabel überbrückt."