Erstes katalytisches Wasserstoff-Luftheizsystem in Betrieb

Hyting hat erfolgreich die erste Kundeninstallation seines katalytischen Wasserstoff-Luftheizsystems in Betrieb genommen (Bildquelle: Hyting)

Die Technologie von Hyting basiert auf einem proprietären flammenlosen, katalytischen Verfahren, bei dem Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft reagiert und dabei Wärme freisetzt – ohne CO₂-, NOx- oder Feinstaubemissionen. Das einzige Nebenprodukt ist Wasser in Form von Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus werden zu keinem Zeitpunkt brennbare Wasserstoffkonzentrationen verwendet, wodurch das Verfahren inhärent sicher ist, betont das Unternehmen.

Spitzenlastheizen in Gewerbe- und Industriegebäuden ist ein zentrales Einsatzfeld der Hyting-Technologie, da diese Gebäude häufig mit einem hohen Wärmebedarf, begrenzter elektrischer Infrastruktur und gleichzeitig steigendem Dekarbonisierungsdruck konfrontiert sind. Eine wasserstoffbasierte Spitzenlastheizung stelle hierfür eine ideale Lösung dar – insbesondere dann, wenn Wasserstoff bereits vor Ort oder regional verfügbar ist, betont das Unternehmen. Der Wasserstoff wird bei diesem Projekt von einem nahe gelegenen Lieferanten bezogen.

Kombination mit verschiedenen Wärmequellen

Wie das Unternehmen weiter mitteilt, kann das Luftheizsystem mit jeder Wärmequelle zu einem hybriden Heizsystem kombiniert werden, einschließlich Wärmepumpen. In dieser Konfiguration übernimmt die Hyting-Technologie die Spitzenlast in Zeiten hoher Wärmenachfrage oder niedrigen Außentemperaturen, während die Wärmepumpe die Grundlast abdeckt und dabei in ihrem effizientesten Betriebspunkt arbeitet.

Dieser Ansatz ermöglicht eine optimale Dimensionierung sowohl der Wärmepumpe als auch des Hyting-Systems, unterstreicht der Hersteller. Gleichzeitig werde die installierte elektrische Anschlussleistung reduziert – ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit gewerblicher Gebäude, da Leistungs- und Anschlusskosten zu großen Kostentreibern zählten.

Neben Wärmepumpen lässt sich die Technologie auch mit anderen Wärmequellen kombinieren, etwa mit industrieller Abwärme. Dadurch eröffnet sie laut Hersteller einen flexiblen Weg zur Dekarbonisierung für unterschiedlichste Gebäudetypen. Das kompakte, modulare Design erlaube zudem die Kombination mehrerer Einheiten für höhere Nennleistungen.

Die Technologie findet Anwendung in Luftheizsystemen (HLK) für Industrie-, Gewerbe- und Logistikgebäude, in Prozesswärme bis 300 °C sowie im Automobilbereich. Die Geräte sind zunächst mit Heizleistungen von 10 oder 50 kW pro Einheit verfügbar und können modular erweitert werden, um einen höheren Heizbedarf zu decken.

SWW-Redaktion

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