Projektleiterin Emma Davies (von rechts) erläutert den Stadtwerke-Geschäftsführern Rainer Müller und Martin Uekmann sowie der Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Wiebke Esdar den Elektrolyseur (Bildquelle: Stadtwerke Bielefeld/Sarah Jonek)
Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von rund 5,3 Mio. Euro und wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit bis zu 2,002 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert.
Herzstück der Wasserstofferzeugungsanlage ist ein 1-MW-PEM-Elektrolyseur. Der eingesetzte Strom entsteht bei der thermischen Abfallverwertung in der MVA. Da der verwertete Abfall zu mindestens 50 % biogenen Ursprungs ist, kann ein entsprechender Anteil des erzeugten Stroms als Strom aus regenerativen Energien eingestuft werden. Für die Wasserstoffproduktion wird laut der Stadtwerke ausschließlich dieser regenerativ eingestufte Stromanteil verwendet.
Im ersten Betriebsjahr ist eine Produktion von rund 41000 kg Wasserstoff vorgesehen. Bei entsprechender Auslastung kann die Anlage technisch bis zu 144000 kg Wasserstoff pro Jahr erzeugen und damit den aktuellen Wasserstoffbedarf der moBiel-Busflotte vollständig decken. Die Wasserstofftankstelle von moBiel versorgt derzeit vier Brennstoffzellenbusse sowie 25 Busse, bei denen eine Brennstoffzelle die Reichweite des elektrischen Antriebs erweitert. Sie verfügt über eine Speicherkapazität von 1000 kg Wasserstoff. Bis zum Abschluss der Inbetriebnahme und während der Anlaufphase sind bei Bedarf externe Lieferungen möglich. Der Elektrolyseur stammt vom italienischen Hersteller IMI Remosa.
Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Müller beschreibt den "anspruchsvollen Weg" bis zur betriebsbereiten Anlage so: "Die zeitweise Unsicherheit über die Förderung, anspruchsvolle technische und regulatorische Anforderungen sowie die Koordination der vielen Beteiligten haben dem Projekt einiges abverlangt. Dass wir es dennoch konsequent weitergeführt haben, ist der engen und lösungsorientierten Zusammenarbeit unserer Fachbereiche mit den beteiligten Unternehmen zu verdanken."