Wasserstoff-Pilotanlage in Aosta nimmt Betrieb auf

Der grüne Strom für die Wasserstoffproduktion stammt aus Wasserkraft und Photovoltaik (Bildquelle: Cogne)

Cogne Edelstahl hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur nachhaltigeren Stahlproduktion eingeleitet: Am Stammsitz im norditalienischen Aosta wird jetzt eine Versuchsanlage des Projekts "Green Hydrogen in COGNE" geplant. Erstmals soll dort grüner Wasserstoff fossiles Erdgas in einem industriellen Wärmebehandlungsprozess ersetzen.

Durch den Einsatz von grünem Wasserstoff, der mittels Elektrolyse aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, können pro Tonne eingesetzten Wasserstoffs bis zu 26 t CO₂-Emissionen vermieden werden, teilt das Unternehmen mit. Vor allem in der industriellen Wärmebehandlung biete die Technologie eine echte Alternative zu fossilen Brennstoffen wie Erdgas.

Bei der Energieversorgung des Elektrolyseurs, der den Wasserstoff erzeugt, will der Hersteller von Edelstahl- und Nickelbasiswerkstoffen langfristig auf erneuerbare Quellen setzen. Ein neues Wasserkraftwerk am Fluss Dora Baltea liefert mit drei StreamDiver-Turbinen von Voith Hydro im Durchschnitt 315 kW Nennleistung. Zusätzlich versorgt eine Photovoltaikanlage auf den Dächern des Werks das System mit Strom. Das Projekt "Green Hydrogen in COGNE" ist Teil des italienischen Wiederaufbauplans PNRR (Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza (Teil des EU Programms NextGenerationEU), deutsch: Nationaler Plan für Erholung und Widerstandsfähigkeit) und wird mit Unterstützung öffentlicher Mittel realisiert. Das Gesamtvolumen der Investition beträgt rund 8 Mio. Euro.

Werkstoffpartner für Wasserstoffwertschöpfungskette

Gleichzeitig engagiert sich Cogne Acciai Speciali entlang der Wasserstoffwertschöpfungskette als Werkstoffpartner. Mit einem umfangreichen Portfolio an Edelstählen bietet das Unternehmen Lösungen für Ventile, Sensoren, Leitungen und andere wasserstoffführende Komponenten. Die Materialien sind laut dem norditalienischen Unternehmen auf höchste Anforderungen in puncto Korrosionsbeständigkeit, Verschleißfestigkeit und Wasserstoffversprödung ausgelegt.

SW&W-Redaktion

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