Im Lausitzer Revier wurde 2025 41 % der deutschen Braunkohle gefördert. Sie ist hinter den erneuerbaren Energien weiterhin der einzig relevante heimische Energieträger, der in der Strom- und Wärmeerzeugung zum Einsatz kommt. (Bild: Adobe Stock)
Insgesamt erreichte die brutto erzeugte Strommenge aus der Braunkohle 74,2 TWh. Im Vergleich zu 2024 verringerte sie sich damit um 5,9 %. Insgesamt entfielen im vergangenen Jahr 14,6 % der gesamten deutschen Bruttostromerzeugung, die bei 507,5 TWh lag, auf die Braunkohle. Die Zahlen zeigen deutlich, dass sich die Rolle der Braunkohle im deutschen Energiesystem verschoben hat. War sie klassisch Grundlastressource, ist sie heute vor allem Absicherungs- und Flexibilitätskomponente, wenn erneuerbare Energien nicht im ausreichenden Umfang zur Verfügung stehen.
In der Jahresbetrachtung 2025 trug die Braunkohle in der Spitze im März 2025 mit knapp über 8 TWh zur Stromerzeugung bei. Geringste Einsatzzeiten verzeichnete sie im Juni 2025 mit fast 4,1 TWh.
Mit Blick auf die heimische Erzeugung bleibt Braunkohle neben den erneuerbaren Energien der einzig relevante heimische Energieträger zur Strom- und Wärmeerzeugung. Wichtigste heimische Energiequelle war 2025 mit 65 % die erneuerbaren Energien. Sie bauen ihre Position als wichtigste heimische Energiequelle zur Strom- und Wärmeerzeugung weiter aus. Auf die Braunkohle entfielen 2025 23 % der heimischen Energiegewinnung. Trotz sinkender Kapazitäten infolge des fortlaufenden Ausstiegs aus der Kohleverstromung bleibt die Braunkohle damit ein relevanter Pfeiler im deutschen Energiesystem, für den im Zuge des Kohleausstiegs zuverlässig abrufbare Erzeugungskapazitäten gefunden werden müssen.
Fördermengen, Einsatz und Reserven
Insgesamt wurden in Deutschland 2025 84,4 Mio. t Braunkohle gefördert. Größte Förderregion ist das Rheinische Revier mit 45,4 %, knapp dahinter liegt die Lausitz (41 %). Zudem wird Braunkohle noch im Mitteldeutschen Revier gefördert, der dortige Beitrag zur Gesamtfördermenge liegt bei 13,6 %.
Mehr als 90 % der geförderten Mengen werden in heimischen Kraftwerken zur Strom- und Fernwärmeerzeugung genutzt. Knapp unter 9 % werden in Veredelungsprodukten wie Briketts, Staub und Koks verarbeitet, die in privaten Haushalten und im produzierenden Gewerbe zum Einsatz kommen.
Ausgehend vom aktuellen Förderniveau hat die Braunkohle reichlich Reserven vorzuweisen. Die geologischen Vorräte in den genannten Regionen liegen bei 71800 Mio. t, von denen 35200 Mio. t unter aktuellen Bedingungen wirtschaftlich gewinnbar wären.
Energieträgervergleich
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland, d. h. die gesamte Energiemenge, die vor der Berücksichtigung von Umwandlungsverlusten betrachtet wird, verteilt sich nach Zahlen der AG Energiebilanzen aus dem Februar 2026 wie folgt: Mineralöl macht 37 % aus, Erdgas liegt bei 26,8 %, erneuerbare Energien folgen mit 20,8 %. Stein- und Braunkohle liegen mit annähernd gleichem Beitrag zusammen bei 14,3 %. Sonstige machen 2,5 % aus.
Stand Februar 2026 stammten ausgehend von der Primärenergieverbrauchsbetrachtung rund 241 Mio. t Steinkohleeinheiten (SKE) aus importierten fossilen Energieträgern. Dem gegenüber stammen rund 107 Mio. t SKE aus heimischer Produktion; davon 74,5 Mio. t SKE aus erneuerbaren Quellen und knapp über 32 Mio. t SKE aus fossilen Energieträgern. Prozentual ausgedrückt: knapp 69,2 % aller Energieträger wurden importiert, 30 % stammten aus heimischen Quellen (bzw. in getrennter Betrachtung 9,4 % aus heimisch fossilen, 21,3 % aus heimisch erneuerbaren Quellen).
Weitere Zahlen unter debriv.de