2026 und 2027 soll die jährliche Regasifizierungs- und Netzeinspeisekapazität der FRSU Excelsior am Standort Wilhelmshaven jeweils bis zu 4,6 Mrd. Kubikmeter Erdgas betragen. (Quelle: DIN21)
Am 26. Mai 2025 hat die bundeseigene DET in Wilhelmshaven ihr drittes LNG-Importterminal in Betrieb genommen. Es ist das insgesamt zweite Terminal der DET an diesem Standort. Mit dem Terminal leistet die DET einen weiteren Beitrag zur Stärkung der Energieversorgungssicherheit in Deutschland. Importe von verflüssigtem Erdgas (Liquified Natural Gas, LNG) reduzieren die Risiken einseitiger Abhängigkeiten von Energieimporten und tragen dazu bei, Lieferwege für Erdgas diversifizieren zu können.
Energie für 3,7 Mio. Vierpersonenhaushalte
Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, verwies vor Vertreterinnen und Vertretern aus der Bundes- und Landespolitik und den Projektverantwortlichen bei der offiziellen Inbetriebnahme darauf, dass Erdgas auf absehbare Zeit für die deutsche Energieversorgung von großer Bedeutung bleiben wird. Der Geschäftsführer der DET, Dr. Peter Röttgen, erklärte, dass LNG neben Pipeline-Gas auf dem Weg zur Klimaneutralität einen erheblichen Beitrag zur Stabilität Deutschlands und Europas leiste, da die Haushalte und die energieintensive Industrie auf den fossilen Energieträger angewiesen seien.
In diesem Jahr wird die schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheit (FRSU) Excelsior noch bis zu 1,9 Mrd. Kubikmeter Erdgas ins Deutsche Gasnetz einspeisen. Das entspricht rechnerisch der jährlichen Heizenergie von 1,5 Mio. Vierpersonenhaushalten im Mehrfamilienhaus. In beiden Folgejahren soll die Regasifizierungs- und Netzeinspeisekapazität dann jeweils bis zu 4,6 Mrd. Kubikmeter betragen, was dem Erdgas-Jahresheizverbrauch von ca. 3,7 Mio. Vierpersonenhaushalten enspricht.
Planung, Genehmigung und Umsetzung in zweieinhalb Jahren
Einschließlich Planung und Genehmigung habe es rund zweieinhalb Jahre gedauert, das LNG-Terminal ans Netz zu bringen. Damit wurde nur etwa die Hälfte der Zeit benötigt, die vergleichbare LNG-Großprojekte durchschnittlich in Anspruch nehmen. Mit der Umsetzung beauftragt hatte die DET die Projektpartner ENGIE Deutschland GmbH und Tree Energy Solutions B.V. (TES). Für das Terminal-Management vor Ort ist künftig die Gasfin Group verantwortlich, die ebenfalls beim Bau unterstützt hat.
Der Inselanleger des LNG-Terminals Wilhelmshaven 02 liegt rund 1,5 Kilometer vom Festland entfernt in einem der stärksten Strömungsgewässer Europas, was besondere Ansprüche an die Entwicklung und den Bau der marinen Infrastruktur stellte. Aufgrund gewässerökologischer Aspekte wurden Daten-, Strom- und Erdgasleitungen auf Basis eines innovativen Systems der Firma ECOonnect im Meeresboden verlegt und mit einer Kopfstation an Land verbunden.
Die FRSU Excelsior ist ebenfalls mit einem Alleinstellungsmerkmal ausgestattet. An ihr testet die DET ein Ultraschallverfahren gegen den Bewuchsdruck im Meerwasserleitungssystem einer FSRU. Es soll Seepocken und Muscheln davon abhalten, die Leitungen des für den Betreib benötigten Wasserkreislaufs zuzusetzen.