Die Referenzprofilwerte für PV sind vor allem 2023 und 2024 aufgrund des sehr hohen PV-Zubaus stark gesunken. Die Preisstruktur im Jahr 2022 ist aufgrund der Energiekrise nicht repräsentativ und stellt eine Ausnahme dar.

Die Referenzprofilwerte für PV sind vor allem 2023 und 2024 aufgrund des sehr hohen PV-Zubaus stark gesunken. Die Preisstruktur im Jahr 2022 ist aufgrund der Energiekrise nicht repräsentativ und stellt eine Ausnahme dar. (Quelle: node.energy/enervis)

Laut einer aktuellen Studie werden die Marktwerte von Wind Onshore in den nächsten drei Jahren um fast 25 % auf rund 56 €/MWh sinken. Der Rückgang für Photovoltaik-Anlagen (PV) ist noch drastischer. Hier sollen die Marktwerte auf nur noch rund 37 €/MWh zurückgehen. Je nach Wetterjahr könnten die Marktwerte sogar noch stärker fallen. Als Gründe für die Kannibalisierung der Marktwerte nennt die Studie sinkende Terminmarktpreise und den schnellen Ausbau erneuerbarer Energien.

Künftige Erlössituation richtig bewerten

Der Aufbau von Speicherkapazitäten und die sich daraus ergebende Flexibilisierung des Marktes werden vor 2028 keine spürbaren Effekte haben, erklärt die Beratungsagentur enervis, die die Studie für node.energy angefertigt hat. Dies wird damit begründet, dass der Ausbau von Speichern noch in den Anfängen stecke und mit dem geförderten Zuwachs erneuerbarer Energien nicht Schritt halte.

Ziel der Studie ist es, Betreibern von Wind- und PV-Anlagen eine transparente Bewertungsgrundlage der weiteren Erlössituation an die Hand zu geben. „In der Praxis sehen wir, dass die Hälfte der Betreiber in Deutschland noch nicht die Dramatik ihrer künftigen Erlösentwicklung realisiert hat. Viele kennen nur die sicheren EEG-Zahlungen und haben sich kaum mit echten Marktwerten beschäftigt – das verhindert einen realistischen Blick auf die Zukunft“, sagt Matthias Karger, CEO und Gründer von node.energy. Aktuell ist der Marktwert bei ausgeförderten Anlagen und neueren Photovoltaik-Freiflächenanlagen entscheidend. Er gilt im Zuge der Einführung einer marktbasierten Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz ab 2027 für alle Neuanlagen.

Zwei Strategien für Betreiber von Wind- und Solarparks

Laut node.energy ignorieren viele Betreiber diese Entwicklungen noch. Das Unternehmen rät Betreibern von Wind- und Solarparks, den Auswirkungen der negativen Marktentwicklung ihrer Anlagen entgegenzuwirken. Dazu werden zwei Strategien vorgeschlagen.

Langfristig kann einerseits der Ausbau von Co-Location-Speichern den individuellen Marktwert einer Anlage haben. Kurzfristig rät node.energy den Betreibern, über den Abschluss von Power Purchase Agreements (PPA) das aktuelle Preisniveau zu sichern. Short-Term-PPAs ermöglichen es, die produzierten Strommengen zum Festpreis von einer Laufzeit von bis zu 3 Jahren festzuschreiben. Matthias Karger sieht den Vorteil von PPAs darin, dass sich Betreiber von ausgeförderten und neuen PV-Freiflächenanlagen damit auf die neuen Rahmenbedingungen vorbereiten und gleichzeitig die Erlössituation ihrer bestehenden Anlagen optimieren können.

Die Studie ist hier abrufbar.

„et“-Redaktion

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