Eine Frau lädt ein E-Auto, das halb in der Garage eines Einfamilienhauses steht, über eine Wallbox. Im Vordergrund läuft ein Kind zu seinem Fahrrad, das vor der Haustür liegt.

Insbesondere Verbraucher mit Wallbox und E-Auto können durch dynamische Stromtarife Energiekosten reduzieren. (Bild: Lin Lambert)

573 Stunden wurden 2025 auf dem Day-Ahead-Markt negativ gehandelt. Damit wurde ein neuer Rekord erreicht. Damit wurde 2024 als Rekordjahr abgelöst, in dem lediglich an 457 Tagen Strom im Day Ahead negativ gehandelt wurde. Insbesondere Solarspitzen waren für Preise unterhalb der Nulllinie verantwortlich.

Umgekehrt waren 2025 aber auch zunehmende Hochpreisphasen zu verzeichnen. 2025 lag der Day Ahead in 162 Stunden über der 200-€-Marke, gegenüber 2024 haben die Hochpreisphasen damit um 25 % zugenommen.

Der Anteil der Niedrigpreisstunden, in denen sich der Day-Ahead-Preis unter 30 € bewegte, hat sich gegenüber 2024 kaum verändert. Während 2024 1231 Stunden in dem Segment lagen, war der Anteil 2025 mit 1284 Stunden geringfügig höher.

Einsparpotenzial flexibler Tarife

Die Preisentwicklung hat die naturstrom AG zum Anlass genommen, in Zusammenarbeit mit NEON Neue Energieökonomik Kostenersparnisse für Verbraucher zu berechnen. Untersucht wurde, welche Preisvorteile die Nutzung dynamischer Stromtarife in Verbindung mit vergünstigten Netzentgelten aus der Anwendung von § 14a EnWG (steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wallbox, Wärmepumpe oder Batteriespeicher) zu erzielen sind. Werden in solchen Haushalten E-Autos kostenoptimal geladen, ließen sich gegenüber einem einheitlichen Stromstandardtarif Kostenvorteile von bis zu 80 % erzielen.

Das Unternehmen begründet die Vorteile, die sich derzeit und auch in den kommenden Jahren für Verbraucher gewinnen lassen, mit der insgesamt noch immer nicht ausreichenden Anpassung des Verbrauchsverhaltens an das Profil erneuerbarer Erzeugung. Dies führe zu einer Zunahme extremer Preisausschläge, von denen Verbraucher, die größere steuerbare Verbrauchseinrichtungen betreiben, als Flexibilitätsvorreiter profitieren könnten, indem sie die günstigen Preisphasen nutzen.

Betrachtung verschiedener Haushaltsprofile

In der Studie werden für verschiedene Konstellationen die Stromkosten eines Festpreistarifs und eines dynamischen Tarifs anhand der Börsenstrompreise von September 2024 bis Ende August 2025 verglichen. Dabei werden vier Haushalts-Lastprofile zugrunde gelegt. Neben der Nutzung eines E-Autos und dem Betrieb einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit und ohne Anreiz zur intelligenten Stromnutzung betrachtet die Studie auch den Fall der Heimspeicher-Nutzung ohne eigene PV-Anlage allein zur Optimierung des Stromverbrauchs.

Die Nutzung dynamischer Tarife beim Laden von E-Autos als auch bei der Wärmepumpe führen insbesondere durch die vergünstigten Netzentgelte zu signifikanten Kostenvorteilen. Sie liegen beim Ladestrom ohne Netzentgeltvorteil bei rund 30 %, mit Netzentgeltvorteil bei bis zu 82 %. Bei der Wärmepumpe nennt die Studie Einsparpotenziale von 6 % bzw. bis zu 28 %.

Überraschend sind die Vorteile, die sich bei der Nutzung eines Batteriespeichers, der den ansonsten unflexiblen Haushaltsverbrauch verlagert, noch immer erzielen lassen sollen. Nach Abzug der Investitionskosten werden Kostenersparnisse um bis zu acht Prozent genannt. Verbraucher, die tagsüber viel zuhause sind, können laut Studie sogar dann vom dynamischen Tarif profitieren, wenn sie nicht über steuerbare Verbrauchseinheiten verfügen.

Zur Studie: naturstrom.de

„et“-Redaktion

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