Matthias Boxberger (Vorsitzender des Vorstands und Finanzvorstand der Avacon AG), Tim Meyerjürgens (CEO TenneT Germany), der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies und Dr. Heike Denecke-Arnold (Vorsitzende der Geschäftsführung der Salzgitter Flachstahl GmbH) (v.l.n.r.) bei der feierlichen Inbetriebnahme der Industrieleitung Salzgitter. (Bild: TenneT Germany)
Leistungsfähige Stromnetze sind ein entscheidender Standortfaktor und von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Sie stellen Wettbewerbsfähigkeit sowie industrielle Wertschöpfung sicher und tragen dazu bei, dass Unternehmen auch künftig in Deutschland investieren, produzieren und Arbeitsplätze schaffen.
Die Industrieleitung Salzgitter ist ein Beispiel für schnellen Netzausbau. Vom Planungsauftakt bis zur Inbetriebnahme vergingen rund fünf Jahre. Die vergleichsweise kurze Realisierungsdauer war das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit von Politik, Behörden, Kommunen, Industrie und Netzbetreibern sowie der pragmatischen Nutzung vorhandener Verfahrensspielräume.
Die Industrieleitung Salzgitter verbindet die Umspannwerke Liedingen und Bleckenstedt/Süd über eine rund zehn Kilometer lange 380-kV-Freileitung. Die Planungen begannen im Mai 2021. Im September 2023 startete der Bau der Umspannwerke, im April 2024 folgte der Bau der Freileitung. Das Projekt ist Teil der Ostfalen-Achse, eines rund 100 Kilometer langen Projektraums zwischen Mehrum bei Peine und der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
Steigender Strombedarf in der Region Salzgitter
Mit der zunehmenden Elektrifizierung industrieller Prozesse steigt der Strombedarf in der Region Salzgitter. Das bestehende 220-kV-Netz hätte den absehbaren Mehrbedarf langfristig nicht decken können. Die Industrieleitung Salzgitter schafft die dafür erforderliche zusätzliche Kapazität und ist damit eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Industriestandorts.
So ist die Leitung z. B. für die Salzgitter Flachstahl GmbH von großer Bedeutung, die sich auf den Transformationspfad hin zu einer CO₂-armen Stahlerzeugung begeben hat. Dort steht die erste Ausbaustufe des SALCOS-Programms kurz vor der Vollendung und soll im nächsten Jahr zum Abschluss kommen, wenn neue Anlagen wie der Elektrolichtbogenofen in Betrieb gehen. Da die Transformation der Stahlproduktion zu einem wesentlichen Teil eine Elektrifizierung von Prozessen bedeutet, ist die neue Industrieleitung eine zentrale infrastrukturelle Voraussetzung für den Erfolg des Programms.
Darüber hinaus stärkt die neue Infrastruktur die Versorgung der Region. Am Umspannwerk Bleckenstedt/Süd wird das Höchstspannungsnetz von TenneT Germany mit dem regionalen Verteilnetz von Avacon verbunden. Damit kommt der Ausbau nicht allein der Industrie zugute, sondern auch weiteren Unternehmen und privaten Haushalten im Versorgungsgebiet.
Weitere Informationen: tennet.eu