KRITIS-Einrichtungen registrieren eine zunehmende Anzahl von unautorisierten Drohnenüberflügen. (Bild: Adobe Stock)
Immer häufiger werden Drohnen gesichtet – vor allem in Lufträumen, die als sicherheitsrelevant gelten, weil sie zur kritischen Infrastruktur zählen. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert. So wurden bspw. in Rheinland-Pfalz im ersten Halbjahr 2025 so viele unautorisierte Eingriffe in den Luftraum gemeldet, wie im gesamten Vorjahr. Die Debatte um eine umfassende Strategie Deutschlands zur Detektion potenziell gefährlicher Drohnenflüge im zivilen Bereich ist im vollen Gange. Die Gefahr geht jedoch darüber hinaus. Auch gezielte Signalstörungen sind Themen, denen gegenüber sich KRITIS-Einrichtungen wappnen müssen. Insbesondere Flughäfen, Energieversorgungsanlagen, großen Industriekomplexen, Logistikknotenpunkten und der Verkehrsinfrastruktur stehen dabei im Vordergrund des Schutzbedürfnisses.
Damit Eingriffe in den Luftraum zuverlässig festgestellt werden können, bedarf es stationärer Detektionssysteme sowie mobiler Überwachungseinheiten, die flexibel an sensiblen Orten eingesetzt werden können. Ein europäischer Firmenverbund, an dem u.a. das Karlsruher Sicherheitsunternehmen hensec mitwirkt, hat nun eine Lösung erarbeitet, die sowohl regulatorischen Anforderungen genügt, als auch flexibel einsetzbar ist.
Mehrschichtiges Sensorprinzip
Die neue Generation ziviler Luftraumüberwachung arbeitet vollständig passiv und damit ohne kommt daher ohne aktive Aussendungen oder Lizenzpflichten aus. Da die verwendeten Systeme aus der EU stammen, unterliegen sie keinen für hiesige Firmen relevanten Export- bzw. Import-Bestimmungen. Auf Basis eines mehrschichtigen Sensorprinzip können Flugobjekte aller Art erfasst und klassifiziert werden. In Echtzeit lassen sich Drohnen, Ultraleichtflugzeuge, Helikopter und sogar große Vögel unterscheiden. Das System ist sowohl auf eine stationäre Installation als auch den mobilen Betrieb ausgelegt.
Im Zentrum der Technologie stehen komplementäre Sensorquellen in Form von Funkanalyse, passivem Radar und Radiotelemetrie. Dabei werden drei mobile Sensor-Einheiten um das zu überwachende Gebiet platziert. Ohne selbst Signale auszusenden, erfassen sie alles, was sich im Luftraum bewegt. Die Daten aus Funk-, Radar- und Telemetriequellen lassen sich in Echtzeit zu einem gemeinsamen Lagebild zusammenführen. Damit wird ein kontinuierliches Monitoring des unteren Luftraums ermöglicht.
„Diese Dreier-Kombination ist in dieser Form neu auf dem Markt“, hebt hensec-Firmengründer Kevin Heneka hervor. Bei der Funkdetektion kooperiert hensec eng mit dem deutschen Unternehmen Aaronia aus der Pfalz, beim passiven Radar mit Parasol aus Schleswig-Holstein. Die Radiotelemetrie kommt von airsenso aus Niedersachsen. Die Rechenzentren in Hessen und Thüringen sowie die Lagezentren in Baden-Württemberg und in Bayern bieten digitale Souveränität. Alle beteiligten Partner sind in der EU ansässig.
Erkennung gezielter Störmanöver
Ergänzt wird das System durch eine GNSS-Schutzkomponente, die auf Sensorik des polnischen Herstellers GPSPatron basiert. Damit lassen sich gezielte Störmanöver wie GPS-Jamming oder Spoofing frühzeitig erkennen. Besonders im Umfeld sensibler Infrastrukturen, wo Präzision und Integrität satellitengestützter Navigation von hoher Bedeutung sind, lassen sich daraus Sicherheitsvorteile gewinnen.
Durch den vollständigen Verzicht auf aktive Signale, gewinnen die Anwender nicht nur regulatorische Vorteile, sondern haben auch erheblich größere Einsatzmöglichkeiten. Betreiber können das System beispielsweise temporär auf Veranstaltungen oder dauerhaft in Sicherheitszonen einsetzen, ohne mit Frequenzvergabe oder Genehmigungsverfahren konfrontiert zu werden. Da die gesamte Entwicklung und Fertigung in Europa erfolgt, unterliegt die Technologie keinen Exportbeschränkungen und ist rechtlich unproblematisch im Hinblick auf Datenschutz und Systemhoheit. Kevin Heneka stellt fest: „Wir sind wohl der einzige Anbieter auf dem Markt, der keinen ausländischen Konzern hinter sich hat oder wesentliche Komponenten von außerhalb der EU bezieht.“
Weitere Informationen: luftraumueberwachung.com