Eine Talkrunde gehörte zum Programm der 30-Jahr-Feier von 2G Energy.

Energiewende – quo vadis? lautete das Thema einer Talkrunde im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 30-jährigen Bestehens von 2G Energy (Quelle: Laufkötter)

Nachdem Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) per Videobotschaft gratuliert hatte, diskutierten Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie von NRW, Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie, Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, Pablo Hofelich, CSO der 2G Energy, und Dr. Kai Zwicker, Landrat des Kreises Borken in Vertretung des Bundestagsabgeordneten Jens Spahn, über die Zukunft der Energiewende.

Neubaur und Peter wiesen darauf hin, dass im Bereich der erneuerbaren Energien bereits viel erreicht sei, aber grundsätzlich ein dezentrales Backup gebraucht werde. Während Berghausen anregte, die Unternehmen mit in die kommunale Wärmeplanung einzubeziehen, erklärte Hofelich, dass es auch als mittelständisches Unternehmen wichtig sei, von der Politik gehört zu werden. Zwicker berichtete, dass viele Unternehmen des Landkreises sich mit ihren Projekten im Wartestand befinden würden, weil ihnen die Genehmigungen fehlten. Alle Diskussionsteilnehmer waren sich darin einig, dass dringend Bürokratie abgebaut werden müsse, damit die Energiewende mehr Fahrt aufnehmen kann.  

Wechsel im Vorstand und in der Konzernstruktur

Während Christian Grotholt, Vorstandvorsitzender und Gründer von 2G, in seiner Rede auch auf die Geschichte von des Unternehmens einging, gab Hofelich einen Ausblick. Grotholt will Mitte des Jahres in den Aufsichtsrat wechseln. Seine Nachfolge soll Hofelich antreten, der 20-jährige Erfahrung in Anlagenbaugeschäft bei ABB, PwC, Hitachi und Thyssenkrupp mitbringt und sich bereits seit September 2024 als Chief Sales Officer bei 2G einarbeitet. Chief Operating Officer Ludger Holtkamp verlässt Ende Juli mit Vollenden des 62. Lebensjahrs auf eigenen Wunsch den Vorstand, wird aber dem Unternehmen noch beratend zur Seite stehen, wie er im Rahmen der Feierlichkeiten versicherte.

Mit dem Wechsel im Vorstand geht zum 1. Juli ein Wechsel in der Konzernstruktur einher. Die Produktions- und Beschaffungsaktivitäten werden von der bisherigen 2G Energietechnik GmbH abgespalten und in die neugegründete 2G Heek GmbH überführt. Die verbleibende 2G Energietechnik wird sich auf Vertrieb-, Service- und Projektmanagement in Deutschland und Österreich konzentrieren. Die operativen Tochtergesellschaften werden durch operative Geschäftsführer aus den eigenen Reihen geführt. Damit will das Unternehmen eine auf internationales Wachstum ausgerichtete Konzernstruktur schaffen.

Historie des BHKW-Herstellers

Grotholt gründete 1995 gemeinsam mit Ludger Gausling 2G Energy. Die anfängliche Idee war, Kunden aus der Landwirtschaft Blockheizkraftwerke (BHKW) zu liefern. Neun Jahre später wurde dann mit dem ersten Export eines BHKW nach Japan der Grundstein für die internationale Tätigkeit gelegt. Tochtergesellschaften für den Vertrieb und Service in England, Italien, Polen und den USA folgten. Der Börsengang 2007 war der nächste Meilenstein.  

Zwei Jahre später stellt 2G als erster Anbieter im deutschen Markt ein leistungsoptimiertes BHKW mit einer elektrischen Leistung von 220 kW und einem elektrischen Wirkungsgrad von 40,6 % für den Betrieb mit Biogas vor. Im selben Jahr startet der BHKW-Hersteller in der Erdgassparte durch. Auch im Bereich Wasserstoff leistet das Unternehmen Pionierarbeit: Für die Stadtwerke Haßfurt liefert 2G das erste rein mit Wasserstoff betriebene BHKW. Ergänzt wird das Portfolio seit 2023 mit Großwärmepumpen. Nach der Übernahme des niederländischen Wärmepumpenspezialisten NRGTEQ B.V. wurden diese zunächst noch in den Niederlanden hergestellt; seit Mitte 2024 werden die Großwärmepumpen aber in Heek gefertigt.

Silke Laufkötter

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