Wärmeauskopplung aus der Kältezentrale: Künftig wird die Abwärme auch für die Wärmeversorgung eines neuen Berliner Quartiers genutzt (Quelle: NTT Data)
„‚Das Neue Gartenfeld‘ ist ein Vorzeigeprojekt – und ein gelungenes Beispiel dafür, wie die Wärmewende gelingen kann: mit einer Energieversorgung, die verschiedene lokale Energiequellen einbindet“, sagte Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, im Rahmen eines Empfangs anlässlich einer kürzlich vorgenommenen Vertragsunterzeichnung der beteiligten Partner.
„Das Neue Gartenfeld“ ist ein 31 ha großes Neubaugebiet in Berlin-Spandau, in dem 4.500 Wohnungen, 200 Gewerbeeinheiten sowie Kitas und Schulen für mehr als 10.000 Menschen entstehen werden. Die benötigte Wärme für das neue Quartier wird in einer eigenen Energiezentrale erzeugt und in ein quartiersweites Nahwärmenetz eingespeist. Die Energiezentrale des Quartierswerks auf dem Gartenfeld-Gelände wird über eine rd. 2 km lange Leitung CO2-freie Abwärme aus den Spandauer Rechenzentren von NTT Data erhalten und dadurch jährlich rd. 6.000 t CO2 einsparen.
Die beim Betrieb von IT-Systemen in den Rechenzentren entstehende Abwärme hat eine Temperatur von 20 bis 30 °C – unabhängig von Witterung oder Jahreszeiten. Sie liefert damit ein für Wärmepumpen optimales und verlässliches Wärmeniveau, um die für das Nahwärmenetz erforderliche Vorlauftemperatur von 65 °C zu erzeugen. Basierend auf der realistisch zu erwartenden Abwärme wurde die Bereitstellung der thermischen Leistung auf maximal 8 MW festgelegt.
Konstantin Hartmann, Managing Director EMEA bei Global Data Centers, ist überzeugt: „Bei der Planung neuer Rechenzentren wird die Nutzung der Abwärme in der Regel bereits berücksichtigt. Lösungen für Bestandsrechenzentren gibt es jedoch nur selten. Auch die von NTT Data seit Jahren praktizierte Nutzung der Abwärme zum Beheizen der eigenen Büros bzw. zum Vorheizen von Notstromgeneratoren findet man nur selten. Wir haben mit allen Beteiligten nach den technisch und wirtschaftlich am besten passenden Lösungen gesucht und nun auch vereinbart. Gemeinsam mit unseren Projektpartnern realisieren wir das derzeit vermutlich größte Projekt zur Abwärmenutzung aus Bestandsrechenzentren.“
Zur Absicherung temporärer Spitzenlasten im Winter wird zusätzlich ein Power-to Heat-Kessel mit einer Leistung von 3,6 MW installiert. Die Energiezentrale enthält weiterhin einen Warmwasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von 300 m3. Ende 2025 startet der Hochbau der Energiezentrale. Bereits Ende 2026 soll das Quartier über die Abwärme aus den Rechenzentren mit Wärme versorgt werden.