Vier Menschen mit Schutzhelm und Warnweste bekleidet stehen an einem Geländer auf einem Kraftwerksgelände.

Machten sich vor Ort ein Bild vom Gemeinschaftskraftwerk (v.l.): Stadtwerke-Hanau-Geschäftsführerin Martina Butz, Mainova-Vorstand Martin Giehl, Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und der Mainova-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Maxelon (Quelle: Mainova)

Drei wasserstofffähige Gasmotoren mit insgesamt 30 MW thermischer und 30 MW elektrischer Leistung produzieren auf dem Gelände der ehemaligen Großauheim-Kaserne in Hanau nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme. Knapp 20.000 Haushalte in Hanau und Großkrotzenburg erhalten die Fernwärme, während der Strom in das lokale Netz eingespeist wird. Zusätzlichen Solarstrom erzeugt eine 240-kW-Photovoltaikanlage, deren Module sich auf dem Dach sowie der Süd- und Westfassade des Kraftwerks befinden. 

Kaminsky erklärt: „Das Gemeinschaftskraftwerk hat die Wärmelieferung aus dem ehemaligen Kraftwerk Staudinger übernommen. Es macht mich sehr froh, dass damit in meiner Amtszeit der politisch gewünschte Kohleausstieg Realität geworden ist und sich die Stadtwerke um die Wärmeproduktion für Hanau und Großkrotzenburg selbst kümmern. Das macht die Versorgung sicher und zukunftsfähig. Denn so haben unsere Stadtwerke die Versorgung und auch die weitere Dekarbonisierung der Erzeugung in der Hand. Schon der Umstieg von Kohle auf Gas verringert die CO2-Emissionen um 40 % bzw. 45.000 t CO2 jährlich.“ 

Butz, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hanau, ergänzt: „Stück für Stück kommen wir hier mit dem neuen Gemeinschaftskraftwerk unserem Ziel näher, unseren Kundinnen und Kunden dekarbonisierte Wärme zu liefern. Sicher und effizient. Klimaschutz spielt außerdem bei der Stromversorgung eine wichtige Rolle. Neben der elektrischen Energie aus Kraft-Wärme-Kopplung im Kraftwerk, produzieren Photovoltaikmodule Strom für den Eigenbedarf. Hanaus erster Photovoltaikpark mit einer Leistung von 10 MW und das neue Umspannwerk unserer Tochter Hanau Netz, beide in unmittelbarer Nachbarschaft, runden das innovative Energiekonzept ab. Mein Dank gilt unserem strategischen Partner Mainova, mit dem wir die erfolgreiche Zusammenarbeit nun auch in der gemeinsamen Betriebsführung des Kraftwerks fortsetzen.“ 

Zukunftssichere Wärmeversorgung 

Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Mainova, blickt in die Zukunft: „Zu den größten Herausforderungen der Energiewende zählt die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Denn sie basiert noch überwiegend auf fossilen Brennstoffen. Mit dem Gemeinschaftskraftwerk Hanau schaffen wir heute die Infrastruktur für die Wärmeversorgung von morgen. Das Projekt verbindet Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit sowie Klimaschutz und zeigt, wie regionale Partner die Energiewende vor Ort erfolgreich voranbringen können.“ 

Mainova-Vorstand Giehl ergänzt: „Durch die enge Zusammenarbeit haben wir den vorzeitigen Kohleausstieg erfolgreich in Hanau umgesetzt und die Wärmeversorgung der Stadt langfristig gesichert. Das Gemeinschaftskraftwerk vereint Energieeffizienz mit technologischer Zukunftsfähigkeit. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung erreicht die Anlage einen Wirkungsgrad über 90 %. Damit nutzt sie den Brennstoff hocheffizient für die Strom- und Wärmeerzeugung. Gleichzeitig ist das Kraftwerk wasserstofffähig und schafft damit die Voraussetzungen für eine zukunftssichere Wärmeversorgung.“

Sofern ausreichend verfügbar, soll grüner Wasserstoff in die Anlage eingebunden werden. Zuvor ist geplant, Abwärme aus dem benachbarten Rechenzentrum ins Energiekonzept des Gemeinschaftskraftwerks einzubinden.

EHP-Redaktion

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