Neun Männer stehen vor einem grauen Container mit geöffenten Türen, die einen Blick auf eine Wärmepumpenanlage ermöglichen.

Vorstellung der innovativen Hochtemperaturwärmepumpe, die industrielle Abwärme aus der Chemieproduktion für die Fernwärmeversorgung nutzbar macht (Quelle: Laufkötter)

Damit lassen sich jährlich bis zu 1750 t CO2 vermeiden. Zugleich kann Evonik die Abgabe der Wärme über Kühltürme reduzieren und damit den Strom für die elektrischen Ventilatoren in den Kühltürmen. „Damit setzen wir die nachhaltige Transformation unseres Unternehmens fort“, sagte Heiko Mennerich, Leiter der Next-Gen Technologies bei Evonik, im Rahmen eines Pressegesprächs zur Inbetriebnahme der Wärmepumpe. 

Die 1,5-MW- Hochtemperaturwärmepumpe des spanischen Herstellers Rank ermöglicht einen Temperatursprung von über 100 °C und ist damit laut Holger Kreetz, Chief Operating Officer von Uniper, die erste Anlage dieser Art in Deutschland. „Für Uniper ist die Elektrifizierung des Wärmemarkts ein interessanter Hebel, um die Wirtschaft mit sicherer, bezahlbarer und immer kohlenstoffärmerer Energie auf dem Weg zur Dekarbonisierung zu unterstützen“, so Kreetz.

„Gemeinsam mit Evonik machen wir deutlich, wie innovative Lösungen schon heute ganz konkret für Industrie und Kommunen wirken.“ Uniper verantwortet als Projektpartner Finanzierung, Planung, Installation und Betrieb der Anlage und wurde in der Ausführung von Evonik unterstützt. 

In der ersten Betriebsphase bis Ende 2028 soll der Anlagenbetrieb wärme- und stromseitig optimiert werden. Basierend auf den Erkenntnissen hierbei prüfen Uniper, Evonik und Iqony eine Skalierung. In Zukunft lassen sich möglicherweise noch weitere 20 MW Wärme ins Netz einspeisen. „Das Ruhrgebiet hat ein riesiges Fernwärmepotenzial. Industrielle Abwärme auf verschiedenen Temperaturstufen spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagte Matthias Ohl, CEO der Iqony Fernwärme. „Nach Gelsenkirchen und Essen schließen wir nun in Herne das dritte Abwärmeprojekt innerhalb weniger Monate an unser Netz an.“

Auch die Stadt Herne profitiert von dem Projekt. „Mit Projekten wie diesem wird Herne zur Vorreiterregion der grünen Industrie: Aus Abwärme wird Stadtwärme – das senkt Emissonen, stärkt die Versorgungssicherheit und bringt uns der Klimaneutralität näher“, so Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda.   

EHP-Redaktion

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