Offizielle Eröffnung der neuen Klärschlammverwertungsanlage (v.l.): Dr. Manfred Schüle, Geschäftsführer der Enercity Contracting, Enercity-Vorstandsvorsitzende Dr. Susanna Zapreva und Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Quelle: Tim Schaarschmidt/Enercity)
Die Klärschlammverwertungsanlage ist die erste neu errichtete Ersatzanlage für den ersten Block des Kohlekraftwerks im Stadtteil Stöcken, der bereits Ende 2024 vom Netz gehen wird. Enercity kann damit jährlich rd. 130.000 t entwässerten Klärschlamm thermisch verwerten. Dadurch werden bis zu 56 GWh Fernwärme erzeugt, die den Jahresbedarf an Wärme von bis zu 15.000 Kunden decken. Es handelt sich laut Enercity um die erste Monoverbrennungsanlage, die in ein kommunales Wärmenetz einspeist. Das Investitionsvolumen des Projekts umfasst rd. 70 Mio. €.
„Wir halten das Tempo beim Kohleausstieg hoch, damit ein Drittel der Menschen in Hannover im Jahr 2027 mit klimaneutraler Fernwärme heizen kann”, sagt die Enercity-Vorstandsvorsitzende Dr. Susanna Zapreva. „Diese Anlage ist der nächste Schritt in der Transformation unserer gesamten Energieerzeugung in Richtung Klimaneutralität. In gut drei Jahren werden bereits 75 % unserer Fernwärme- und 2030 schon mehr als 90 % unserer gesamten Stromerzeugung grün sein.”
Schadstoffbeseitigung und Phosphorgewinnung
Bisherige Entsorgungswege für Klärschlamm, wie die Ausbringung auf Feldern in der Landwirtschaft, werden zunehmend eingeschränkt. Die Anlage ermöglicht die ab 2029 gesetzlich vorgeschriebene Rückgewinnung des in Klärschlammasche vorhandenen Phosphors. Dabei handelt es sich um eine endliche Ressource, die beispielsweise für Düngemittel benötigt wird. Außerdem beseitigt Enercity mit der Anlage weitere im Klärschlamm enthaltene Schadstoffe und schützt dadurch Böden und Grundwasser.
Die Anlage hat eine hocheffiziente Rauchgasreinigung. Durch diese liegen die Emissionswerte wie Staub oder Stickstoffoxide erheblich unter den gesetzlichen Grenzwerten. In der Annahmehalle wird die Anlieferung des Klärschlamms im geschlossenen Raum sichergestellt. Entstehendes Abwasser bzw. kondensierter Wasserdampf, der bei der Trocknung des Klärschlamms anfällt, wird aufwendig gereinigt, bevor es in das Abwassersystem eingeleitet wird.