Die Power-to-Heat-Anlage am Standort Herrenhausen ist bereits seit 2020 im Einsatz; jetzt kommt eine neuen 50-MW-Anlage hinzu (Quelle: Enercity)
„Wir sehen im Energiesystem immer häufiger Situationen, in denen sehr viel erneuerbarer Strom im Netz ist – bis hin zu negativen Preisen. Gleichzeitig fehlt es an flexiblen Lösungen, diesen Strom sinnvoll einzusetzen“, sagt Carsten Heckmann, Enercity-Bereichsleiter Fernwärme und Wasser. „Genau hier setzen wir in Hannover an: Wir machen überschüssigen Strom gezielt nutzbar und verbinden so Strom- und Wärmemarkt intelligent.“
Power-to-Heat-Anlagen reagieren gezielt auf diese Marktsituationen: Wenn viel Strom ins Netz drängt und die Preise sinken, wird elektrische Energie in Wärme umgewandelt und ins Fernwärmenetz eingespeist oder dem Fernwärmespeicher zugeführt. Damit verschiebt sich die Wärmeerzeugung in wirtschaftlich günstige Zeitfenster und erneuerbarer Strom kann effizient verwertet werden. Gleichzeitig tragen die Anlagen zur Versorgungssicherheit bei: Bei hoher Wärmenachfrage können sie kurzfristig zugeschaltet werden und zusätzliche Leistung bereitstellen.
Baustein für die Dekarbonisierung
Die neu entstehenden Anlagen sind Teil der fortgeschrittenen Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung in Hannover. Bis Ende 2027 soll der zweite Kohleblock vollständig ersetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt kann bereits ein sehr großer Teil der Fernwärme klimaneutral erzeugt werden. Neben Power-to-Heat setzt Enercity dabei auf ein breites Portfolio aus klimaneutralen Technologien: Dazu gehören u.a. Großwärmepumpen, die Umweltwärme aus Fluss- und Klärwerkswasser nutzen, sowie erweiterte Abfallwärmenutzung.