Eine Landkarte zeigt Städte des Ruhrgebiets, wobei eine große Fläche blau markiert ist.

Das von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigte Gebiet Aufsuchungserlaubnis „Erdwärme Metropole Ruhr“ (Quelle: Steag Iqony Group)

An dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt sind die Unternehmen Eon Business Solutions Deutschland, DMT, Deutsche ErdWärme, Fernwärmeversorgung Niederrhein, Iqony Fernwärme, Iqony Wärme sowie die Hertener Stadtwerke.

„Wir freuen uns über das Vertrauen der Landesregierung, das unserem Konsortium mit der Erteilung der Aufsuchungserlaubnis entgegengebracht wurde. Die Konsortialpartner sind entschlossen, einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende in NRW zu leisten“, sagt Katja Winkler, Projektleiterin Geothermie für Eon Business Solutions Deutschland. 

Matthias Ohl, CEO des Fernwärmegeschäfts von Iqony, ergänzt: „Das Ruhrgebiet ist Wärmewendepionier. Diesen Geist lebt unser neues Gemeinschaftsprojekt. Unsere Region hat großes Fernwärmepotenzial – dicht, industriell, voller ungenutzter Wärmequellen. Die Geothermie kann ein starkes Standbein der Wärmeversorgung der Zukunft sein. Als Iqony freuen wir uns darauf, gemeinsam mit unseren Partnern zu erkunden, welches weitere Wärmepotenzial tief unter unseren Füßen liegt.“ 

Erster Schritt: Ultraschall der Erde

Die Aufsuchungserlaubnis bildet die Grundlage für umfangreiche geologische Untersuchungen, mit denen das Potenzial der Geothermie in der Region näher geprüft werden soll. In einer ersten Erkundungsphase untersuchen die Partner die geologischen Reservoire in ausgewiesenen Regionen von Oberhausen bis Hamm sowie von Marl bis Schwerte. 

Zunächst werden Messungen mit 2D-Seismik – vergleichbar mit einem „Ultraschall“ der Erde – durchgeführt. Auf Basis dieser Ergebnisse erfolgt eine vertiefende Untersuchung mit 3D-Seismik, um verschiedene Bereiche genauer abzubilden und potenzielle Probebohrungen vorzubereiten. Die Projektbeteiligten planen die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe der zuständigen Kartellbehörden. 

„Die Erteilung dieser großflächigen Aufsuchungserlaubnis ist ein bedeutender Schritt für den Ausbau der Geothermie in NRW und darüber hinaus“, so Dr. Herbert Pohl, CEO der Deutschen ErdWärme. „Nordrhein-Westfalen verfügt über enormes Potenzial, um erneuerbare Wärme aus dem Untergrund für Städte, Kommunen und industrielle Anwendungen nutzbar zu machen. Gemeinsam mit starken Partnern schaffen wir die Grundlage für eine nachhaltige und langfristig bezahlbare Wärmeversorgung.“ 

Klimaschonende Schlüsseltechnologie

„Um den Untergrund wirklich zu verstehen und das volle Erdwärmepotenzial zu ermitteln, sind – aufbauend auf vorhandene Daten und Vorstudien – erhebliche Anstrengungen wie seismische Standorterkundungen erforderlich. Das wird die unmittelbare Aufgabe des Konsortiums sein”, sagt Jens-Peter Lux, Managing Director bei DMT. 

Ziel des Projekts ist es, erneuerbare Wärme in bestehende und neue Wärmenetze einzuspeisen und damit fossile Energieträger zu ersetzen. Die Projektpartner sehen in der Geothermie eine zentrale Technologie für die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen. Durch nachhaltige und von Brennstoffpreisen unabhängige Wärme kann Geothermie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Reduktion von CO2-Emissionen leisten. Der Masterplan Geothermie des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen unterstreicht dieses Potenzial aus der Tiefe: Demnach könnten perspektivisch bis zu 20 Prozent des gesamten Wärmebedarfs in Nordrhein-Westfalen durch Geothermie gedeckt werden. 

EHP-Redaktion

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