Der Fernwärmespeicher des Heizkraftwerks Leipzig Süd ist in innovativer Zwei-Zonen-Technologie ausgeführt.

Im Fernwärmespeicher des Heizkraftwerks Leipzig Süd wird die im Kraftwerk erzeugte, aber nicht sofort benötigte, thermische Energie gespeichert und bei Bedarf in das Fernwärmenetz eingespeist (Quelle: Stadtwerke Leipzig)

Die 60 m hohe Stahlkonstruktion kann überschüssige Energie aufnehmen und diese in Versorgungsspitzen wieder an das Fernwärmenetz abgeben. Diese zeitliche Entkoppelung der Strom- und Fernwärmeerzeugung ermöglicht einen flexiblen, wirtschaftlichen und klimaschonenden Einsatz des Leipziger Gasturbinen-Heizkraftwerks, da überschüssige Energie nicht verloren geht. Aufgrund der von Bilfinger patentierten Zwei-Zonen-Technologie können bis zu 42.300 m3 Wasser mit einer Temperatur bis 120 °C gespeichert werden, was die Notwendigkeit der Nachheizung verringert und die Versorgung besonders energieeffizient macht. Der Leipziger Fernwärmespeicher gehört zu den ersten fünf Anlagen in Deutschland, bei denen diese Technologie zum Einsatz kommt.

Die Bilfinger-Einheit Bilfinger Industrial Services Austria hatte als Generalunternehmen die Verantwortung für die Planung, Errichtung und Inbetriebnahme des Fernwärmespeichers sowie dessen Integration in das Kraftwerk übernommen. Die umfangreichen Leistungen umfassten u.a. Stahlbau, Rohrleitungen, elektrische Ausrüstung sowie die Installation von 14 Pumpen.

Effizienz durch Hedbäck-Prinzip

Besonders effizient wird der Fernwärmespeicher in Leipzig durch die Zwei-Zonen-Technologie nach dem Hedbäck-Prinzip. Dabei ist das Speichervolumen durch ein Zwischendach in eine obere und eine untere Zone geteilt, die über Leitungen miteinander verbunden sind. In der oberen Zone befindet sich 60 bis 99 °C warmes Wasser, das durch sein Eigengewicht einen Druck erzeugt. Dieser sorgt dafür, dass das über 100 °C heiße Wasser in der unteren Zone nicht zu „kochen“ beginnt. Damit ermöglicht die Zweizonenbauweise die Speicherung von Wasser mit Temperaturen bis 120 °C in einem drucklosen Behälter. Fernwärmespeicher dieser Art hat Bilfinger bereits in Nürnberg, Kiel, Duisburg und Heidelberg errichtet. Die Kapazität des Leipziger Speichers von rd.1.800 MWh reicht aus, um die Haupteinspeisung des örtlichen Fernwärmenetzes bei Bedarf für eine begrenzte Zeit sicherzustellen.

„Wir treiben in Leipzig den Strukturwandel der Energiewirtschaft voran und wollen unseren Kunden umweltschonende und sichere Energie zu attraktiven Preisen bieten. Dazu leistet der mit dem einzigartigen Know-how von Bilfinger errichtete Fernwärmespeicher einen wichtigen Beitrag“, sagt Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke.

Mit dem Neubau des Heizkraftwerks Leipzig Süd, für das 2020 der Grundstein gelegt wurde, sichert die Stadt Leipzig die Energieversorgung der boomenden sächsischen Wirtschaftsmetropole und liefert zugleich einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele der Stadt. Das Kraftwerk startet in seinen hocheffizienten Turbinen mit der Brückentechnologie Gas, ist aber so angelegt, dass es in Zukunft auch mit grünem Wasserstoff betrieben werden kann.

EHP-Redaktion

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