Vor dem Geothermieprojekt Laufzorn II: Alexander Heller, Heller & Partner, die beiden Geschäftsführer der Erdwärme Grünwald Stefan Rothörl und Andreas Lederle, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Grünwalds Bürgermeister Jan Neusiedl sowie Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Quelle: Erdwärme Grünwald)
Grünwald habe die richtige Entscheidung getroffen, auf Geothermie zu setzen, sagte Söder. Denn eine sichere Energieversorgung sei entscheidend für Wirtschaftskraft und Lebensqualität. „Die Geothermie als nachhaltige und grundlastfähige Heimatenergie spielt dabei eine immer größere Rolle, besonders in Südbayern. Deshalb wollen wir das enorme Potenzial von Geothermie noch besser nutzen.“ Mit der weitreichenden Absicherung des Fündigkeitsrisikos, weniger Bürokratie und effizienteren Verfahren böten der Bund und Bayern den Rahmen, so Söder.
Aiwanger betonte ebenfalls die strategische Bedeutung des Grünwalder Projekts: „Geothermie ist ein zentraler Baustein für eine sichere, regionale und bezahlbare Energieversorgung. Sie liefert kontinuierlich Wärme, unabhängig von Wetter oder Tageszeit, ist erneuerbar und stabil im Preis. Bayern ist hier mit Abstand führend in Deutschland – über 90 % der installierten Tiefengeothermieleistung bundesweit entfallen auf den Freistaat. Darauf bauen wir weiter auf.“
Grünwalds Weg zu 100 % Fernwärme aus Tiefengeothermie
Die 11.000-Einwohner-Gemeinde Grünwald hat schon vor 15 Jahren damit begonnen, eine zukunftsgerichtete und klimafreundliche Energieversorgung aufzubauen. „Die Investitionen sind enorm, aber wir wissen, dass sich diese Investitionen langfristig auszahlen“, sagte Bürgermeister Jan Neusiedl.
In der Gemeinde im Münchener Süden ist das größte geothermisch betriebene Fernwärmenetz in Kontinentaleuropa entstanden. „Mehr als 80 % aller Gebäude sind zwischenzeitlich daran angeschlossen“, sagte Neusiedl. „Fossile Brennstoffe sind bei uns die Ausnahme und werden immer weniger. Wir nehmen die Wärmewende richtig ernst.“
Deshalb erschließt die Erdwärme Grünwald GmbH zu der bereits bestehenden Geothermieanlage gerade eine zusätzliche Wärmequelle. Seit wenigen Wochen laufen die Bohrarbeiten für das Geothermieprojekt Laufzorn II. „Zwischenzeitlich sind wir schon bei über 2400 m Tiefe angekommen“, sagte Bürgermeister Neusiedl. Die Voruntersuchungen lassen erneut auf eine hohe Wärmeleistung hoffen.
Schon heute liegt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Grünwalder Fernwärme bei fast 90 %. Mit der zweiten Geothermieanlage wird voraussichtlich bis zum Winter 2027/28 die komplette Umweltverträglichkeit und die vollständige Unabhängigkeit bei der Wärmeversorgung geschafft.