Probleme
Die Verwendung eines Schlitz- und Aufweitkopfs mit größerem maximalen Außendurchmesser zur Vergrößerung der Aufweitung führt zu einer Auffaltung der Ummantelung des alten KMR im Bereich vor dem Schlitz- und Aufweitkopf in den zuvor erbohrten Hohlraum hinein (Bild 7), wodurch ein weiteres Schlitzen und Aufweiten unmöglich wird.
Fazit
Der Ersatz eines KMR durch ein neues KMR mit gleicher Dimension ist mit dem im Forschungsprojekt untersuchten Verfahren nicht möglich. Die Entfernung von Mediumrohr und Wärmedämmung des alten KMR mit einem Bohrverfahren ist möglich. Perspektivisch bietet sich anschließend das Einziehen eines neuen KMR mit geringerem Außendurchmesser an. Dabei muss nur freigebohrt werden, Schlitzen und Aufweiten entfallen. Damit entfallen auch die Ausschlusskriterien mögliche Schädigung des neuen KMR, mögliche Schädigung der Bettung oder Ausrücken der alten ausgebohrten Ummantelung. Sinkende Wärmebedarfe durch verbesserte Gebäudewärmedämmung ermöglichen mitunter eine Reduktion der Mediumrohrdimension, womit handelsübliche KMR eingezogen werden können. Ein KMR mit gleicher Mediumrohrdimension, aber geringerem Außendurchmesser als das alte zu ersetzende KMR ist, wenn das alte zu ersetzende KMR eines der Wärmedämmserie 1 ist, nur als Sonderkonstruktion realisierbar. Beim Einzug eines neuen KMR mit geringerem Außendurchmesser besteht Forschungsbedarf zur Verfüllung des Hohlraums zwischen neuem KMR und der im Erdreich verbliebenen Ummantelung des alten KMR sowie der statischen Einbindung des neuen KMR in das Wärmenetz.
Literatur
[1] EN 253:2019: Fernwärmerohre – Werkmäßig gedämmte Verbundmantelrohrsysteme für direkt erdverlegte Fernwärmenetze – Verbund-Rohrsystem, bestehend aus Stahl-Mediumrohr, Polyurethan-Wärmedämmung und Außenmantel aus Polyethylen; CEN, European Committee for Standardization, 2019.
[2] Schlussbericht zum IGF-Vorhaben Nr. 20378 N; Downloadversion: https://www.fernwaerme.de/pdfdata/Schlussbericht_IGF-Vorhaben_20378_N.pdf
Dipl.-Ing. (FH) Sönke Kraft, Projektleiter, Fernwärme-Forschungsinstitut in Hannover e. V., Hemmingen, kraft@fernwaerme.de, www.fernwaerme.de
M.Sc. Philipp Höhl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lehrstuhl für Tagebau und Internationaler Bergbau, Institut für Bergbau, Technische Universität Clausthal, Clausthal-Zellerfeld, pmh16@tu-clausthal.de, www.bergbau.tu-clausthal.de
