Ablauf Einziehen des neuen KMR

grabenlos: Bild 5. Beginn des Aufweitens der Ummantelung des alten ausgebohrten KMR

Bild 5. Beginn des Aufweitens der Ummantelung des alten ausgebohrten KMR (Bildquelle: FFI)

grabenlos: Bild 6. Eintritt der Ummantelung des neuen KMR in die Ummantelung des  alten ausgebohrten KMR

Bild 6. Eintritt der Ummantelung des neuen KMR in die Ummantelung des
alten ausgebohrten KMR (Bildquelle: FFI)

Für das Einziehen des neuen KMR sind das Schlitzen und Aufweiten der im Erdreich verbliebenen Ummantelung des alten KMR erforderlich. Das Schlitzen der Ummantelung ist erforderlich, da sich die Ummantelung sonst nicht für den Einzug des neuen KMR ausreichend aufweiten lässt. Zunächst wird unter Laborbedingungen ein Schlitz- und Aufweitkopf am IBB entwickelt. Anschließend werden unter praxisnahen Bedingungen am FFI neue KMR in die im Erdreich verbliebenen Ummantelungen der zuvor entfernten alten KMR eingezogen. Dazu wird der Schlitz- und Aufweitkopf an das Mediumrohr des neuen KMR geschweißt (Bild 2). Die Ummantelung wird in 3-Uhr-Position und 9-Uhr-Position geschlitzt, damit möglichst wenig Bettungsmaterial in den Hohlraum eindringt. Schlitzen und Aufweiten der Ummantelung und Einziehen des neuen KMR finden in einem Arbeitsschritt statt (Bild 5 und 6).

Das Einziehen des neuen KMR scheitert an den dabei auftretenden Kräften [2]. Das Einziehen wird abgebrochen, bevor die Zugkraft Werte erreicht, bei denen eine Schädigung des neuen KMR nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Die Zugkraft greift am Mediumrohr an. Die der Zugkraft entgegengerichtete Reibungskraft greift an der Ummantelung an. Somit wird der kraftschlüssige Verbund zwischen Mediumrohr, Wärmedämmung und Ummantelung auf axiale Scherung belastet. KMR müssen einer axialen Scherbelastung von 0,12 MPa standhalten [1]. Das mögliche Auftreten von Zugkräften, die zu einer axialen Scherbelastung von mehr als 0,12 MPa führen können, ist ein Ausschlusskriterium für den Einsatz des Verfahrens. Beim Einziehen wird ein Ausrücken der im Erdreich verbliebenen Ummantelung des alten KMR auf der Zugseite beobachtet. Dies bedeutet ein Versagen des kraftschlüssigen Verbunds zwischen dieser Ummantelung und der umgebenden Bettung und ist ebenfalls ein Ausschlusskriterium für den Einsatz des Verfahrens.

Als ursächlich für das Scheitern des Einziehens des neuen KMR wird der hohe Verdichtungsgrad der Bettung angesehen. An der Praxis orientiert liegt der Verdichtungsgrad  zwischen 97,0…100,3 %  bezogen auf die Proctordichte. Dieser hohe Verdichtungsgrad führt dazu, dass die Bettung nicht mehr in der Lage ist, dem Schlitz- und Aufweitkopf durch weitere Verdichtung auszuweichen. Dadurch geschieht die Aufweitung zumindest teilweise elastisch. Durch das Zurückfedern des aufgeweiteten Bereichs wird die Ummantelung des alten ausgebohrten KMR gegen die Ummantelung des neuen KMR gepresst. Dadurch erhöht sich die Reibungskraft, auch wenn wegen des Kriechens des Polyethlyens hoher Dichte, aus dem die Ummantelungen bestehen, die Amontonsschen Gesetze nicht gelten.

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