Eine Grafik zeigt, dass Vibrafahrzeuge für Schwingungen im Boden sorgen, deren Refektionen von Geophonen (Messgeräten) aufgezeichnet werden.

Schematische Darstellung einer Seismik-Messung (Quelle: SWM)

Derzeit wird das Thermalwasserreservoir im Großraum München von verschiedenen Betreibern bereits durch rund 50 Bohrungen mit einer thermischen Gesamtleistung von etwa 400 MW genutzt. Das noch verbleibende Potenzial wird auf mehr als 1.000 MW geschätzt. Nun soll die bislang größte seismische Standorterkundung in dicht besiedeltem urbanem Gebiet ein dreidimensionales Bild des Untergrunds liefern. Mit den neuen Daten können potenziell geeignete Standorte für künftige Geothermieprojekte identifiziert, bestehende Anlagen weiterentwickelt und die Nutzung von Erdwärme im Untersuchungsgebiet langfristig koordiniert werden. 

Das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderte Projekt GIGA-M ist ein gemeinsames Vorhaben der Technischen Universität München (Koordination), der Stadtwerke München (Leitung Seismik), der Energie-Wende-Garching (Partner der Seismik), der Energieagentur Ebersberg-München, des Landkreises München sowie der Landeshauptstadt München. 

Seismik ermöglicht Blick in den Untergrund

Für die Messkampagne werden Vibrotrucks eingesetzt. Es handelt sich dabei um Spezialfahrzeuge, die kontrollierte Schwingungen in den Untergrund abgeben. Die an Gesteinsgrenzschichten zum Teil reflektierten Signale werden anschließend von Tausenden Geophonen – hochempfindlichen Bodensensoren – erfasst und anschließend ausgewertet. Aus den Messdaten entsteht ein hochauflösendes dreidimensionales Modell des Untergrunds.

Die neuen Daten sollen dazu beitragen, Geothermieprojekte künftig noch effizienter, präziser und koordinierter zu planen. Das auf Basis der erhobenen Seismik-Daten erstellte geologische 3D-Modell wird nach Projektabschluss allen Interessierten im Großraum München über das Bayerische Landesamt für Umwelt kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Ablauf der Arbeiten 

Die seismischen Messungen werden auf auf einer Fläche von rund 1.100 km2 durchgeführt. Dazu wird blockweise vorgegangen. Mehrere Messteams arbeiten parallel und bewegen sich von Messpunkt zu Messpunkt durch das Untersuchungsgebiet. Die Messung hat jetzt im südlichen Landkreis München begonnen und arbeitet sich durch den nördlichen Teil des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen sowie Teile der Landkreise Miesbach, Starnberg und Fürstenfeldbruck. 

Im September sind die Vibrotrucks in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Dachau sowie in Teilen des westlichen Münchner Stadtgebiets unterwegs. Ab Oktober werden neben Teilen des nördlichen und östlichen Stadtgebiets München auch der nördliche und östliche Landkreis München sowie die Landkreise Dachau und Freising vermessen. Dort sowie auch in den Landkreisen Ebersberg und Erding finden dann die abschließenden Messungen statt.

EHP-Redaktion

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