Mit einem Schwerlasttransporter rollte der Trockner auf dem Kraftwerksgelände der LEAG ein, wo künftig in einer Klärschlammtrocknungsanlage Klärschlamm zu einem Ersatzbrennstoff verwertet werden soll

Mit einem Schwerlasttransporter rollte der Trockner auf dem Kraftwerksgelände der LEAG ein, wo künftig in einer Klärschlammtrocknungsanlage Klärschlamm zu einem Ersatzbrennstoff verwertet werden soll (Quelle: Veolia)

Bei bis zu 200 °C soll der Klärschlamm von kommunalen Kläranlagen in Sachsen, der Lausitz sowie Berlin mit der Abwärme des Kraftwerks der LEAG getrocknet werden, die ohnehin anfällt. Insgesamt rd. 4,5 GWh Energie und etwa 1000 t CO2 sollen durch die Abwärmenutzung jährlich eingespart werden.

Seit dem Spatenstich für die neue Anlage im Juni 2021 ist eine 60 mal 15 mal 8 m hohe, geschlossene Halle entstanden. „Hier werden wir in den kommenden Wochen den Trockner installieren und alles für die erste Probefahrt vorbereiten”, sagt Franz Greulich, Leiter Betrieb Industrie bei Veolia. Das Unternehmen investiert mehr als 10 Mio. € in die Trockneranlage. Die Inbetriebnahme ist spätestens im Herbst 2022 geplant.

Dann wird der nasse Schlamm durch eine große Presse gleichmäßig in dünnen Strängen auf zwei Trocknungsbändern aus Edelstahl verteilt, die den Schlamm durch die Anlage transportieren und bei bis zu 200 °C trocknen. Das im Schlamm enthaltene Wasser verdampft dabei und die feuchte Trocknungsluft wird durch ein Kondensationssystem zurückgeführt. In einem etwa 25 m hohen Silo wird das getrocknete Klärschlammgranulat aufgefangen und kann anschließend als Ersatzbrennstoff genutzt werden.

„Mit der Investition von Veolia in die Klärschlammtrocknungsanlage erfährt der Kraftwerksstandort Boxberg einen wichtigen und nachhaltigen Schub bei der Ausrichtung zu einem zukunftsorientierten Energiestandort“, so Carsten Marschner, LEAG-Werksleiter in Boxberg. „Unser gemeinsames Ziel ist es, diese Anlage auch nach dem Ende der Kohleverstromung sinnvoll weiterbetreiben zu können, um die Entsorgungssicherheit für die Region Ostsachsen langfristig gewährleisten zu können. Bis es soweit ist, werden wir die positiven Synergien, die sich aus der Kombination von Kraftwerk und Trocknungsanlage ergeben, als Beitrag einer Kreislaufwirtschaft effizient nutzen.“

EHP-Redaktion

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