Innenansicht der Wärmeübertragerstation: Hier wird die Abwärme aus dem Industrieprozess effizient auf das Fernwärmenetz der Iqony übertragen (Quelle: Iqony)
Durch „Green Heat“, dem größten Abwärmeprojekt Nordrhein-Westfalens, können künftig rund 30.000 Haushalte im nördlichen Ruhrgebiet mit Fernwärme versorgt werden. Jährlich werden so bis zu 60.000 t CO2 eingespart.
Für die Abwärmeauskopplung wurden in dreijähriger Bauzeit acht Wärmeübertrager, eine Übergabestation sowie eine umfangreiche Infrastruktur mit Stahlbau und Rohrleitungen errichtet. Die neue, knapp 3 km lange überwiegend unterirdisch verlaufende Rohrtrasse verbindet die Abwärmequellen mit einem neuen Pumpenhaus auf dem Gelände des Kraftwerks Scholven. Dort wird die Wärme in das Fernwärmenetz von Iqony eingespeist. Seit wenigen Wochen läuft der 24/7-Probebetrieb mit 20 MW stabil; bis 2026 soll die Gesamtleistung auf über 50 MW steigen.
Dekarbonisierung der Fernwärme
„Green Heat zeigt, wie konsequent wir Versorgungssicherheit und Klimaschutz miteinander verbinden“, sagt Dr. Andreas Reichel, CEO und Arbeitsdirektor der Steag Iqony Group. „Wir heben einen bislang verlorenen Energieschatz – und machen ihn zu einem wichtigen Treiber der Wärmewende.“
Steag Iqony zählt mit 2.186 km Netzlänge und jährlich rund 4.500 GWh Wärmeerzeugung zu den größten Fernwärmeanbietern Deutschlands. Bereits heute stammt etwa die Hälfte der erzeugten Wärme aus klimaneutralen Quellen – mit dem Abwärmeprojekt steigt dieser Anteil weiter.
„Mit Green Heat machen wir die Fernwärme im nördlichen Ruhrgebiet sauberer und widerstandsfähiger", betont Nikola Feldmann, Geschäftsführerin der für das Projekt verantwortlichen Tochtergesellschaft Iqony Wärme. „Das Vorhaben war technisch anspruchsvoll, ist aber ein wertvoller Gewinn für Zehntausende Haushalte“, ergänzt Geschäftsführer Christian Hillmann.