Trimet Aluminium und Iqony Fernwärme haben eine Kooperation über die Nutzung der Abwärme der Trimet-Aluminiumhütte in Essen für die Fernwärmeversorgung geschlossen.

Haben eine Kooperation über die Nutzung der Abwärme der Trimet-Aluminiumhütte in Essen geschlossen (v.l.): Dr. Andreas Lützerath, Vorstandsmitglied der Trimet Aluminium, und Matthias Ohl, technischer Geschäftsführer der Iqony Fernwärme (Quelle: Iqony)

Das Kooperationsprojekt ist zunächst auf 20 Jahre angelegt. Trimet macht dafür die industrielle Abwärme seiner Aluminiumhütte für das Fernwärmenetz verfügbar. Aluminium wird mit einem elektrochemischen Prozess erzeugt. Bei dieser Schmelzflusselektrolyse entsteht flüssiges Aluminium mit einer Temperatur von über 900 °C.

Um die Abwärme bei der Produktion nutzbar zu machen, investiert das Familienunternehmen rd. 6 Mio. € in die Umrüstung; gleichzeitig investiert Iqony über 2 Mio. € für den benötigten, rd. 700 m langen Rohrleitungsanschluss des Trimet-Produktionswerks. Die neue Anschlussleitung bindet Iqony in Bergeborbeck nahe dem Stadion an der Hafenstraße in das bestehende Fernwärmenetz ein.

„Der Großteil der neuen Leitungstrasse wird auf dem Gelände von Trimet verlegt, um die dort neu entstehende Energiezentrale anzuschließen. Dafür werden zwei Rohrleitungen verlegt. Über eine gelangt das erwärmte Wasser in das Fernwärmenetz, über die andere wird das abgekühlte Fernwärmewasser zur Erwärmung zurück in die Energiestation geführt“, erläutert Peter Donsbach, der das Projekt auf Seiten der Iqony Fernwärme leitet.

Mehr klimaschonende Industrieproduktion und Wärmeversorgung

„Mit der Abwärmenutzung gehen wir einen bedeutenden Schritt in unserem Nachhaltigkeitsprogramm, mit dem wir unser Unternehmen zukunftsfähig machen und die Produktionsstandorte langfristig sichern“, sagt Dr. Andreas Lützerath, Vorstandsmitglied der Trimet. „Unsere Entwicklungsarbeit zur Anpassung der Technologie und die Digitalisierung von Prozessen machen nicht nur das Fernwärmeprojekt möglich, sie erlauben darüber hinaus die Flexibilisierung der Aluminiumproduktion und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.“ Trimet verfolgt das Ziel, bis 2045 Aluminium klimaneutral zu produzieren.

Für Iqony Fernwärme ist das Projekt ein weiterer wichtiger Schritt, die Fernwärmeversorgung in Essen, Bottrop und Gelsenkirchen schrittweise zu dekarbonisieren, d.h. die CO2-Emissionen strukturell herunterzufahren. Iqony Fernwärme hat sich zum Ziel gesetzt, spätestens bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. „Dafür arbeiten wir derzeit an einem konkreten Fahrplan, wie wir Klimaneutralität erreichen wollen. Die nun vereinbarte Abwärmenutzung ist ein relevanter Baustein in diesen Überlegungen“, so Matthias Ohl, technischer Geschäftsführer der Iqony Fernwärme.

Die Kooperation bringe echte Vorteile für die Fernwärmekunden: „Die Fernwärme wird damit hinsichtlich ihrer Klimabilanz noch besser. Dass uns das gemeinsam mit Trimet gelungen ist, ist ein großer Erfolg und zeigt, was möglich ist, wenn partnerschaftlich ein gemeinsames Ziel verfolgt wird“, sagt Ohl.

EHP-Redaktion

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