Große gelbe Maschine mit Bohrgestänge auf einem Parkplatz in einem Wohngebiet.

Bohrung für die kalte Nahwärme (Quelle: Pint Bau)

Der Schulkomplex wird derzeit noch zentral über zwei Gaskessel beheizt. Im Zuge der kommunalen Klimaziele stand die Gemeinde vor der Herausforderung, ein dauerhaft tragfähiges und klimaschonendes Versorgungskonzept für den gesamten Standort zu entwickeln. Den entscheidenden Impuls brachte die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz im Rahmen eines Beratungsgesprächs im Kommunalen Klimapakt ein. Die Gemeinde beauftragte daraufhin das Kompetenzzentrum Nahwärme der Agentur mit einer Vorprüfung Nahwärme – einem strukturierten Instrument zur technischen und wirtschaftlichen Ersteinschätzung kommunaler Wärmenetzprojekte. 

Im Ergebnis zeigte sich, dass ein kommunales Netz mit Erdsonden auf dem Schulgelände sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich tragfähig ist. Empfohlen wurde ein kaltes Nahwärmenetz, das zunächst die kommunalen Liegenschaften versorgt und perspektivisch als Keimzelle für eine Quartierslösung dienen kann.

Das Projekt

Die Gemeinde entschied sich für die Umsetzung einer kalten Nahwärmelösung auf Basis von Sole-Wasser-Wärmepumpen. Über Erdsonden wird Umweltenergie aus dem Untergrund (rd. 10 °C) gewonnen und über ein kaltes Netz an die angeschlossenen Gebäude verteilt. Die dort installierten Wärmepumpen heben die Temperatur auf das erforderliche Niveau für Heizung und Warmwasser an. Ein zusätzlicher Vorteil: In den Sommermonaten kann das System auch zur Kühlung genutzt werden.

Im ersten Schritt werden der Altbau, der Neubau, die Sporthalle, das evangelische Gemeindezentrum und die ehemalige Hausmeisterwohnung an das System angeschlossen. Ende November 2025 wurden zunächst zwei Probebohrungen auf dem Schulgelände durchgeführt. Nach positiver Auswertung sind weitere 26 Erdsondenbohrungen vorgesehen. Die konkrete Umsetzungsplanung läuft bereits. Geplant ist, die Schule zum kommenden Winter 2026/27 mit der kalten Nahwärme zu versorgen. 

EHP-Redaktion

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