Große silberne Säule verbunden mit einem rechteckigen bunten Turm in einem alten Industriegebiet.

Der erste Klimaturm kombiniert mit einem Wärmespeicher ist auf der Bremer Überseeinsel in Betrieb gegangen (Quelle: Towergy/Hauke Dressler)

Der rechteckige Klimaturm besteht aus einer Luft-Wasser-Großwärmepumpe mit vierseitiger Luftansaugung und Abluftführung über die Turmspitze. Angesaugt wird die Luft über im Turm integrierte Ventilatoren mit Schalldämpfern, die die Geräuschemissionen signifikant reduzieren. Die erforderliche Elektrotechnik und Pumpen für den direkten Anschluss an vorhandene Wärmenetze sind standardmäßig bereits integriert. 

Der Klimaturm auf der Überseeinsel hat 500 kW Leistung und ist mit einem Wärmespeicher kombiniert. So werden der Klimacampus Bremen sowie umliegende Künstlerateliers mit Wärme versorgt.

Die Towergy GmbH bietet die zum Patent angemeldete vertikale Bauform mit integrierter Heiztechnik anschlussfertig in vier Ausführungen mit einer thermischen Leistung von 0,3 bis 1,5 MW an. Durch das modulare Baukastensystem mit den vorgefertigten Modulen lässt sich der Klimaturm innerhalb weniger Wochen installieren.

Kompakt und leise

Die Höhe variiert je nach Ausführung zwischen 11 und 14 m, die Grundfläche zwischen 3,8 m x 3,8 m und 5,6 m x 5,6 m. Ob farbig, begrünt oder verspiegelt: Die Fassaden lassen sich individuell gestalten und auch als Werbefläche nutzen. Zwei Wallboxen können unten am Klimaturm angebracht werden und dann zwei Parkplätze mit Ladestrom versorgen. Dabei liegt der Schalldruckpegel auch bei der leistungsstärksten Variante in 10 m Entfernung unter 35 dB(A).

„Der Klimaturm ist die leiseste und dank seiner einzigartigen Bauweise auch die platzsparendste Großwärmepumpe, die es derzeit in diesem Leistungsbereich gibt“, sagt Towergy-Geschäftsführer Tobias Werner, der das Unternehmen 2025 zusammen mit Rolf-Peter Strauß, Professor an der Hochschule Bremen, eigens für die Entwicklung, den Bau und den Vertrieb des Klimaturms gegründet hat.

„Der Klimaturm ist die Lösung für die Wärmewende in verdichtetem Wohnraum und in Quartieren – insbesondere dort, wo Schallproblematik und Platzmangel herrschen“, ergänzt Strauß. Durch die integrierten Schalldämpfer und massiven Wände lässt sich der Klimaturm sogar nachts in reinen Wohngebieten betreiben. So kann er auch als „Schwarm“ eingesetzt werden: ein Wärmenetz, das von mehreren Klimatürmen an verschiedenen dezentralen Standorten gespeist wird.

Betriebskosten optimieren

Die Betriebskosten lassen sich mit der inhouse entwickelten, selbstlernenden Steuerung signifikant reduzieren. Diese Regelung analysiert die Wetterprognosen und die Börsenstrompreise sowie die prognostizierten Wärme- und Kältebedarfe im Quartier und die Gebäudecharakteristiken für die kommenden 72 Stunden und optimiert den Betriebsfahrplan. Die Wärmepumpe läuft vor allem dann, wenn der Strommix aus regenerativen Quellen erzeugt wird und zugleich besonders günstig ist.

„Die quälende Debatte über das so genannte Heizungsgesetz entstand, weil in Bezug auf Wärmepumpen weder die technische Umsetzbarkeit in dicht besiedelten Städten noch die Bezahlbarkeit der Wärme plausibel erklärt werden konnten. Der Klimaturm liefert Antworten“, erläutert Klaus Meier, geschäftsführender Gesellschafter der Stadt-Energie-Speicher GmbH, aus der sich Towergy gegründet hat und die u.a. auf der Bremer Überseeinsel das Energiekonzept entwickelt, gebaut und in Betrieb genommen hat.

EHP-Redaktion

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