Die Leipziger Stadtwerke errichten auf einem 14 Hektar großen Feld eine Solarthermieanlage

Die Solarthermieanlage Leipzig-West entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum BHKW Leipzig-West und lässt sich damit einfach an die bestehende Fernwärmetransportleitung anschließen (Quelle: Leipziger Stadtwerke)

Im Leipziger Stadtteil Lausen-Grünau soll die Großanlage mit 65.000 m2 Kollektorfläche entstehen. Der Standort ist vor allem aufgrund optimaler Rahmenbedingungen für Netzanschlüsse an die Fernwärmetransportleitung und der unmittelbaren Nähe zum Umspannwerk sowie dem Gelände des BHKW Leipzig West dafür geeignet.

Die Solarthermieanlage soll künftig jährlich rund 26 GWh Wärme liefern. Die Spitzenleistung der Erzeugung liegt bei etwa 41 MW. Damit lassen sich im Sommer rund 20 Prozent des Leipziger Tagesbedarfs an Wärme abdecken.

„Mit der größten Solarthermieanlage Deutschlands setzt Leipzig ein Zeichen auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung“, erklärt Thomas Brandenburg, Abteilungsleiter Aufbaustab neue Erzeugung bei den Leipziger Stadtwerken. Die Anlage ist dabei Teil eines Zukunftskonzepts, mit dem die Stadtwerke erneuerbare, innovative und konventionelle Techniken in der Fernwärmeversorgung kombinieren.

Ein Ziel des Fernwärmetransformationsplans ist die Reduktion von CO2-Emissionen. Rund 7.160 t des klimaschädlichen Treibhausgases wird die neue Großanlage nach der Inbetriebnahme im Jahr 2025 jährlich einsparen. „Solarthermie ist eine der effizientesten erneuerbaren Wärmequellen. Pro Hektar kann so ca. dreimal mehr Energie genutzt werden als bei Photovoltaik und sogar ca. 30- bis 45-mal mehr als bei Biomasse“, erläutert Erik Jelinek, Projektingenieur Erzeugungsanlagen bei den Leipziger Stadtwerken.

Nachhaltige Flächennutzung

Die Anlage soll sich dabei optimal in die Landschaft eingliedern, auch die Fläche selbst soll nachhaltig gestaltet werden: Geplant ist die Pflanzung von Obstbäumen, Hecken und weiteren Grünanlagen. Neben der Nutzung für erneuerbare Wärme sollen so auch artenreiche Blühwiesen und Lebensräume für Kleinsäuger, Insekten und Vögel entstehen. Auf ökologisch bearbeiteten Ackerflächen soll weiterhin der landwirtschaftliche Charakter der Umgebung beibehalten werden.

Errichtet wird die Anlage von Ritter XL Solar als Marke der Ritter Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG aus Baden-Württemberg. „Wir freuen uns über das Vertrauen, das uns die Leipziger Stadtwerke entgegenbringen, und sind stolz, bei einem so wegweisenden Projekt mitwirken und wieder einen neuen Rekord in punkto Anlagengröße aufstellen zu dürfen“, sagt Christoph Bühler, Bereichsleiter bei Ritter XL Solar. „Dieses Projekt zeigt auch eindrucksvoll, dass solarthermische Großanlagen neben der CO2-neutralen Wärmeerzeugung auch die Standfläche ökologisch aufwerten und die Artenvielfalt fördern können.“

EHP-Redaktion

Ähnliche Beiträge