Mit Vibro-Trucks wurden 2025 in Wuppertal seismische Messungen durchgeführt (Quelle: DMT)
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werden geologische Daten aus dem tiefen Untergrund ausgewertet und modelliert, um das Potenzial hydrothermaler Wärmequellen im Wuppertaler Stadtgebiet detailliert einschätzen zu können. Die Untersuchung baut auf Ergebnissen einer Potenzialanalyse auf, die 2023 erstellt wurde. Nun geht es darum, die Grundlagen für mögliche spätere Maßnahmen zur Erschließung tiefer Erdwärmequellen zu schaffen. Zu diesen Maßnahmen gehören Erkundungsbohrungen und ggf. weitergehende seismische Erkundungen.
Die Studie konzentriert sich konkret auf die Identifikation und Bewertung von wasserführenden Gesteinsschichten. In Wuppertal handelt es sich dabei um Massenkalke aus dem Devon. Diese liegen im Norden von Wuppertal in großer Tiefe und weisen so hohe Temperaturen auf, die für die Erdwärmenutzung geeignet sein könnten. Gleichzeitig muss in den Zielhorizonten eine ausreichende Durchlässigkeit vorhanden sein, um die notwendige Zirkulation zu gewährleisten.
„Die Machbarkeitsstudie dient uns als Entscheidungsgrundlage, ob und wie wir unser Projekt weiterverfolgen können. Viele technische und wirtschaftliche Fragen sind noch offen“, betont Dominik Pröpper, Leiter Erzeugung Strom und Fernwärme der WSW Energie & Wasser AG. „Wenn die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Nutzung gegeben sind, kann die tiefe Geothermie ein zukunftsweisender Baustein für eine sichere und klimafreundliche Wärmeversorgung in Wuppertal sein.“
Ergebnisse sollen Ende 2026 vorliegen
„Erdwärme bietet eine stabile, klimafreundliche und lokale Wärmequelle. In der Analyse aus 2023 konnten wir erarbeiten, dass ein Potenzial im Wuppertaler Norden und Nordosten vorliegt. Nun prüfen wir, wie dieses Potenzial zuverlässig erschlossen werden kann. Gleichzeitig betrachten wir, welche weiteren Erkundungsmaßnahmen nötig sind, um Geothermie in Wuppertal effizient zu nutzen“, so Laureen Benoit, Projektleiterin am Fraunhofer IEG. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, die aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird, sollen Ende 2026 vorliegen.
„Wenn die Ergebnisse positiv ausfallen, können wir Erdwärme im kommenden Jahrzehnt nutzen“, erklärt Pröpper. Die Erlaubnis zur Aufsuchung des Bodenschatzes „Erdwärme“ zu gewerblichen Zwecken haben die WSW von der Bezirksregierung Arnsberg Ende 2024 erteilt bekommen. Mit dieser Erlaubnis darf nach unterirdischen Wärmequellen gesucht werden, um herauszufinden, wie ergiebig sie sind.