Computergenerierte Ansicht von großen rechteckigen Gebäuden auf grüner Wiese.

Mit dem Projekt Medworth entsteht in der Grafschaft Cambridgeshire im Süd-Osten Englands eine thermische Abfallbehandlungsanlage (Quelle: Kanadevia Inova)

Das Projekt mit dem Namen Medworth ist mit einer Investitionssumme von rd. 0,5 Mrd. € die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte. Die Anlage ist aufgrund ihrer hohen Erzeugungskapazität als bedeutsames Infrastrukturprojekt eingestuft und durchlief ein nationales Genehmigungsverfahren. Sie wird von der MVV Environment Medworth Ltd. realisiert und betrieben, einer Projektgesellschaft, die zur britischen MVV-Tochter MVV Environment gehört. Den Anlagenbau übernimmt das Schweizer Green-Tech-Unternehmen Kanadevia Inova.

„Das Medworth-Projekt stärkt unsere Marktposition und leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der britischen Kreislaufwirtschaft“, sagt der MVV-Vorstandsvorsitzende Dr. Gabriël Clemens und ergänzt: „Die geplante Anlage verdoppelt unsere Kapazitäten im Vereinigten Königreich und sichert MVV ein attraktives Einzugsgebiet für dieses zukunftsträchtige Marktsegment.“

Modernes Kreislaufwirtschaftskonzept

In Deutschland zählt MVV mit 60 Jahren Erfahrung in der Kreislaufwirtschaft und einer jährlichen Verarbeitungskapazität von nahezu 2 Mio. t nicht recyclebarer Abfälle zu den führenden Unternehmen im Bereich thermische Abfallbehandlung. Beispielhaft dafür stehen das Heizkraftwerk Mannheim, das MVV seit 1965 betreibt, sowie das Heizkraftwerk Leuna, das 2005 den Betrieb aufnahm. 

Die langjährige Erfahrung und Expertise nutzte MVV zu Beginn der 2010er-Jahre für den Einstieg in den britischen Markt. Medworth, das 2029 in Betrieb gehen soll, kann jährlich bis zu 625.000 t Abfall verwerten. Damit erreicht die Anlage annähernd die Kapazitäten des Heizkraftwerks in Mannheim, das aktuell jährlich bis zu 650.000 t verarbeitet. Aus den nicht wiederverwertbaren Haushalts-, Gewerbe- und Industrieabfällen erzeugt MVV in Wisbech klimaschonend Strom für etwa 150.000 Haushalte. Zudem bietet die Anlage die Möglichkeit, Unternehmen im Umfeld mit Dampf zu beliefern. Davon profitiert perspektivisch auch die Region, die vor allem für Unternehmen mit hohem Prozesswärmebedarf als Standort an Attraktivität gewinnt.

„Das Projekt ist ein Musterbeispiel dafür, wie MVV moderne und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft konzipiert. Die geschlossene Wertschöpfungskette aus Entsorgung und Energie entlastet Deponien, verringert den Ausstoß klimaschädlichen Methans und eröffnet neue Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung der Region”, sagt Dr. Hansjörg Roll, Technikvorstand von MVV.

EHP-Redaktion

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