MVV und Olam Food Ingredients (Ofi) haben eine in Deutschland einzigartige Dampferzeugungsanlage in Betrieb genommen.

Inbetriebnahme der Dampferzeugungsanlage: Ralf Klöpfer (l.), MVV-Vorstandsmitglied, und Andreas Rudolph, Ofi Manufacturing Head Germany & Spain (Quelle: MVV)

Die bei der Verarbeitung von Kakao anfallenden Schalen werden bislang weltweit nur in wenigen Anlagen für die Dampferzeugung genutzt. In Deutschland ist es die erste Biomassekesselanlage dieser Art. Umfangreiche Voruntersuchungen sind aus diesem Grund notwendig gewesen. MVV hat die Anlage eigens für den Anbieter von Lebensmittel- und Getränkeinhaltsstoffen konzipiert.

Eine Herausforderung stellte dabei die Lage direkt am Neckarufer dar. Um den Hochwasserschutz zu gewährleisten, befindet sich die gesamte Kesselanlage auf 2 m hohen Stützen, sodass ihr Verdrängungsvolumen sehr gering ist. Für die Luftreinhaltung ist die Anlage mit modernster Filtertechnologie ausgestattet. Durch die thermische Reststoffverwertung gewinnt Ofi nun 90 % des benötigten Prozessdampfs aus Biomasse.

Dekarbonisierung von Unternehmen

„Mit dieser Dampferzeugungsanlage haben wir gemeinsam mit Ofi ein starkes Zeichen für die Dekarbonisierung von Unternehmen gesetzt. Das Projekt zeigt, dass es sich trotz Herausforderungen lohnt, Visionen für eine klimaneutrale Zukunft umzusetzen und dabei auch neue Wege zu gehen”, betont Ralf Klöpfer, Vertriebsvorstand der MVV Energie AG.

MVV betreibt bereits seit 2003 die Dampfversorgung der Produktionsanlagen von Ofi in Mannheim. Bisher wurde der benötigte Prozessdampf durch gasbefeuerte Dampfkessel erzeugt. Die neue Biomasseanlage wurde von MVV Enamic, der B2B-Lösungseinheit des Mannheimer Energieunternehmens, im Rahmen eines Contracting-Dampfliefervertrags geplant und umgesetzt. Zudem übernimmt der Energiedienstleister die Finanzierung und Betriebsführung der Anlage.

„Nachhaltigkeit ist das Herzstück unseres Unternehmens und ein starker Antrieb zur Realisierung dieses Projekts, zudem war es meinen Kollegen und mir auch persönlich sehr wichtig”, erklärt Andreas Rudolph, Ofi Manufacturing Head Germany & Spain.

EHP-Redaktion

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