Stellen das Großwärmepumpenprojekt am Nürnberger Klärwerk vor (v.l).: Norman Villnow, Geschäftsführer N-Ergie Kraftwerke, Maik Render, Vorstandssprecher N-Ergie, Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, und Oberbürgermeister Marcus König (Quelle: N-Ergie)
„Fernwärme und Wärmepumpen sind wichtige Technologien, um umweltfreundlich zu heizen. Wir haben hier im Klärwerk die einmalige Situation, beide Heizarten bestmöglich miteinander zu kombinieren“, sagt Oberbürgermeister Marcus König. „Mit der Großwärmepumpe tragen die Stadt Nürnberg und die N-Ergie gemeinsam zur sicheren und nachhaltigen Wärmeversorgung Nürnbergs auf Basis erneuerbarer Energien bei.“
N-Ergie-Vorstandssprecher Maik Render ergänzt: „Der Standort hier im Klärwerk bietet optimale Voraussetzungen für den Einsatz unserer Großwärmepumpe. Abwasser ist eine besonders zuverlässige Wärmequelle, da es eine konstante Temperatur hat und ganzjährig verfügbar ist. Außerdem ist unser Heizwerk Muggenhof gleich um die Ecke, was die Anbindung an das Fernwärmenetz erleichtert.“
Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit und erste Werkleiterin von Sun, erläutert: „Das Klärwerk ist einer der größten Energieverbraucher der Stadt. Indem wir überschüssige Wärme nutzen, setzen wir einen zentralen Baustein, um unserem Ziel der klimaneutralen Stadt und Stadtentwässerung einen wesentlichen Schritt näher zu kommen.“
Vom Abwasser zur Heizwärme
Die geplante Großwärmepumpe hat nach aktueller Entwurfsplanung eine thermische Leistung von 15 bis 20 MW bei einem Stromeinsatz von rund 7 MW. Sie nutzt das geklärte Abwasser, das eine Temperatur von 13 bis 20 °C hat. Dadurch lassen sich jährlich bis zu 150 GWh Wärme in das Fernwärmenetz einspeisen. Die Großwärmepumpe kann künftig – abhängig von Betriebsstunden und Wärmenachfrage – durchschnittlich rund 5.000 Haushalte mit Wärme versorgen.
Das Wasser selbst kühlt sich durch den Entzug der Energie ab und wird dem Klarwasserstrom vor der Einleitung in die Pegnitz wieder zugemischt. Dadurch erwärmt sich die Pegnitz vor allem im Sommer weniger, wodurch sich die Qualität des Gewässers verbessert. Aktuell fließt das gereinigte Abwasser direkt in die Pegnitz.
Im Zuge des Projekts baut die N-Ergie in unmittelbarer Nähe zur Pegnitz ein rund 22 m langes, 21 m breites und rund 13 m hohes Anlagengebäude für die Großwärmepumpe. Zudem werden auf einer Länge von rund 1 km Fernwärme- und Stromleitungen vom Klärwerk bis zum Heizwerk Muggenhof verlegt.
Aktuell arbeitet die N-Ergie an der Entwurfsplanung für die Großwärmepumpe sowie für die Anbindung an das Fernwärmenetz und bereitet die Ausschreibung vor. Der Bau der Anlage soll 2026 starten, die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 geplant.