Drei Männer werfen mit Spaten Erde hoch, die auf einem Haufen vor ihnen liegt.

Spatenstich für das innovative Heizkraftwerk (v.l.): Florian Stöger, Mitglied des Vorstands Kraftanlagen Energies & Services, Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und Maik Render, Sprecher des Vorstands der N-Ergie (Quelle: N-Ergie, Silke Weiß)

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König betonte beim Spatenstich die Bedeutung des Projekts für die Stadtentwicklung und Klimastrategie: „Mit dem neuen Heizkraftwerk schaffen wir die Grundlage dafür, dass unser neues Quartier Tiefes Feld und große Teile Nürnbergs künftig sicher, effizient und zunehmend klimaneutral mit Wärme versorgt werden. Das ist ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Stadtentwicklung und für die Lebensqualität in unserer Stadt.“

„Dieses Heizkraftwerk ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg zur Dekarbonisierung der Fernwärme. Mit der Kombination aus hocheffizienten Blockheizkraftwerken, Großwärmepumpe, Pufferspeicher und Elektroheizern schaffen wir ein flexibles System, das heute schon effizient arbeitet und zugleich bereit für die Zukunft mit Wasserstoff ist“, sagte Maik Render, Vorstandssprecher der N-Ergie.

„Dieses Projekt zeigt, wie moderne Kraft-Wärme-Kopplung heute gedacht wird: flexibel, effizient und wasserstofffähig. Wir freuen uns, dieses zukunftssichere Energiesystem gemeinsam mit der N-Ergie als Generalunternehmer zu realisieren und so aktiv zur nachhaltigen Wärmeversorgung der Region beizutragen“, sagte Florian Stöger, Mitglied des Vorstands der Kraftanlagen Energies & Services SE. 

Innovatives Heizkraftwerk 

Das neue Heizkraftwerk ist als iKWK-Anlage ausgelegt. Das Hybridkraftwerk, das gleichzeitig Strom und Wärme liefern wird, kombiniert mehrere Anlagenteile: 

  • -eine hocheffiziente KWK-Anlage mit zwei erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerken (2 x 4,5 MW elektrisch und 2 x 4,7 MW thermisch), die perspektivisch auf 100 % Wasserstoff umgestellt werden können, 
  • eine Großwärmepumpe (rd. 4,6 MW thermische Leistung), die die Umgebungsluft als erneuerbare Wärmequelle nutzt, 
  • -ein Pufferspeicher (Volumen: rd. 360 m3), der für eine ausreichende Flexibilität und Auslastung des Betriebs sorgt. 

Darüber hinaus kommen die beiden bestehenden Elektroheizer (2 x 25 MW elektrisch) zum Einsatz, die bereits im Heizkraftwerk Sandreuth verbaut sind. 

Die Grundlast für die Wärmeversorgung wird über die Luftwärmepumpe sowie perspektivisch grüne Wärme aus dem Verbundnetz (z. B. Großwärmepumpe im Klärwerk oder Erdwärme) bereitgestellt. In der Bedarfsspitze während der Heizperiode bzw. über den Winter laufen die Blockheizkraftwerke flexibel mit. Neben der gesicherten Stromerzeugung durch diese wird die entstehende Abwärme mit ins Fernwärmesystem eingespeist. 

In den Neubau des Heizkraftwerks investiert die N-Ergie rd. 52 Mio. €. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 geplant. 

Fernwärme für neuen Stadtteil „Tiefes Feld“ 

Neben der großen Bedeutung für das Bestandsnetz ist das neue Heizkraftwerk eng mit der Entwicklung des neuen Stadtquartiers „Tiefes Feld“ verbunden. Um dieses an das vorhandene Fernwärmenetz anschließen zu können, verlegt die N-Ergie seit 2023 neue Fernwärmerohre auf einer Länge von insgesamt rd. 2.400 m. Im neuen Stadtteil entstehen bis 2030 rd. 2.000 Wohnungen für etwa 4.000 Einwohner sowie eine umfassende soziale Infrastruktur mit Gymnasium, Grundschule, Kindertagesstätten und einem großen Landschaftspark.

EHP-Redaktion

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