Spatenstich für die Biomasseanlage (v.l.): Thomas Oefelein, Leiter Business Unit Energie Contracting bei MVV Enamic, Christopher Rubin, Geschäftsführer der Rubin Mühle, Karl-Rainer Rubin, Gesellschafter und ehemaliger Geschäftsführer der Rubin Mühle, Markus Ibert, Oberbürgermeister der Stadt Lahr (Quelle: MVV Energie)
Die Rubinmühle ist mit über 100.000 t verarbeitetem Getreide pro Jahr einer der größten Haferverarbeiter Deutschlands. Rund 30 % dieser Masse fallen als Haferschalen an. Am Standort Lahr wird ein Teil dieser Reststoffe künftig genutzt, um den für die Produktion benötigten Prozessdampf zu erzeugen. Dabei liegt die Kapazität der neuen Anlage bei bis zu 5 t Dampf pro Stunde. Damit reduziert die Rubinmühle ihre fossilen CO2-Emissionen jährlich um 4.800 t.
Im Rahmen eines langfristigen Energieliefervertrags wurde MVV Enamic mit Planung und Bau sowie Finanzierung und Betrieb der Biomasseanlage beauftragt. Nach der Planungsphase wurde die alte Dampferzeugungsanlage abgebaut. Mit dem Spatenstich beginnen nun die Bauarbeiten für die neue Biomasseanlage, die im Frühjahr 2027 fertig sein soll. Das Projekt wird durch das Bundesprogramm „Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ (EEW) mit 20 % der Kosten gefördert.
„Die Rubinmühle wird seit über 300 Jahren von der Familie Rubin geleitet, da liegt Nachhaltigkeit in unserer DNA“, so Christopher Rubin, geschäftsführender Gesellschafter der Rubin Mühle GmbH. „Somit ist es konsequent, die hier vor Ort anfallenden Haferschalen zu nutzen, um CO2-neutral Prozessdampf zu erzeugen. Gleichzeitig reduzieren wir den Transportverkehr im Ort deutlich, was nochmals CO2-Emissionen einspart.“ Jährlich entfallen künftig rund 500 Lkw-Fahrten.
„Wir freuen uns sehr, dass wir diese innovative Anlage zur Nutzung von Produktionsreststoffen auf Basis einer langfristig angelegten Partnerschaft mit der Rubinmühle umsetzen dürfen“, so Thomas Oefelein, Leiter Business Unit Energie Contracting bei MVV Enamic. „Damit unterstützen wir erneut einen Industriebetrieb dabei, sich sowohl nachhaltig als auch wettbewerbsfähig aufzustellen.“