Qualität braucht Zeit, Budget und Kontrolle

Im Idealfall betrachtet der Betreiber das gesamte Umfeld, setzt sich vielleicht mit einem Planungsbüro zusammen und sorgt für eine Ausschreibung, in der alle einzelnen Posten aufgeführt sind und alles abgebildet ist, um dann entsprechende Angebote einzuholen. Vielfach erhielten die Betreiber jedoch Pauschalangebote zum Festpreis beim Generalunternehmer, bei denen die Einzelposten wie die Muffenmontage oder Qualitätssicherung gar nicht aufgeführt sind. Umgekehrt haben die Rohrleitungshersteller die Erfahrung gemacht, dass sie ein Angebot unterbreiten und alle Einzelposten erläutern, um anschließend seitens des Einkaufs oder Controllings des Auftraggebers die Frage zu erhalten, inwiefern sich der Preis reduzieren ließe bzw. es würde das Angebot mit anderen Pauschalangeboten verglichen.  

„Sparen muss man sich leisten können“, sagte Richter. Es dürfe nicht an der Montage und damit an der Lebensdauer gespart werden. Alle bei der Diskussion anwesenden Betreiber achten auf die Qualität beim Bau von Fernwärmeleitungen und sind auch bereit, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen. 

In Grünwald wurden die Beauftragung der Rohre und die Qua­litätssicherung getrennt. Somit besteht bestmögliche Kostentransparenz für die einzelnen Leistungen. „Wärme ist ein Grundbedürfnis“, sagte Lederle, „Wir müssen uns überlegen, welchen kalkulatorischen Ansatz wir dafür wählen. Ich kenne keinen Abwasserbetreiber, der über Amortisationszeiten und Rendite spricht. Bei der Fernwärme machen wir das sehr wohl“, gab er zu bedenken. 

Die Einsparungen bei der Qualitätssicherung stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten, die durch Reparaturen entstehen. Um die Qualität bei der Herstellung von Mantelrohrverbindungen und Dehnpolstern sicherzusetllen, sind gemeinsame Anstrengungen von Bauherren, Systemherstellern, Planern, Ausführenden und eine Bauüberwachung erforderlich. Qualität braucht Zeit, Budget und Kontrolle. Auf der Baustelle müssen geeignete Bedingungen geschaffen werden, denn letztendlich macht der Monteur die Muffe. Und diesem sollte die Gelegenheit geben werden, gute Arbeit leisten zu können. Darin waren sich die Diskutanten einig. 

Der Fernwärmeleitungsbau ist eine komplexe Angelegenheit. Dabei hat jede Baustelle ihre individuellen Gegebenheiten, die mal besser, mal schlechter sind. Es gilt, vieles zu beachten und im Zusammenhang zu sehen. Etliche Punkte hinsichtlich der Muffenmontage haben die Experten diskutiert, um ein Bewusstsein für die Herausforderungen zu schaffen. Alle haben ein großes Interesse daran, die Qualität sicherzustellen, wissen wie es geht und arbeiten auch weiterhin daran. 

Silke Laufkötter
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