In Dresden ist jetzt die erste Solarthermieanlage, die ins Dresdner Fernwärmenetz einspeist, in Betrieb gegangen.

Sachsen-Energie-Vorstand Dr. Axel Cunow und Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen weihen die Solarthermieanlage in Dresden-Räcknitz ein (Quelle: Sachsen-Energie/Martin Förster)

Die Solarthermieanlage steht auf dem 4.000 m2 großen Gelände des ehemaligen Trinkwasserhochbehälters neben dem Volkspark Räcknitz im Dresdner Süden. Sie hat eine Leistung von 1,1 MW(peak) und besteht aus 140 Modulen. Das durch sie auf 95 °C erhitzte Wasser wird über eine unterirdische Leitung in das Fernwärmenetz der Stadt Dresden eingeleitet. Die Module der Anlage stehen auf einer Wildblumenwiese, die zusätzlich auch als Imkerfläche genutzt wird. 

Für die Sächsische Landeshauptstadt ist die Dekarbonisierung der Fernwärme Bestandteil des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts. Umweltbürgermeisterin Jähnigen erläutert: „Für die verlässliche Versorgung der Dresdner Bevölkerung ist die Fernwärme sehr wichtig. Unsere Wärmeplanung wird die Notwendigkeit zum Aus- und Umbau der Fernwärme aufzeigen und damit die Zielsetzungen des beschlossenen Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts von 2013 und dessen Fortschreibung weiter untersetzen. Die neue Solarthermieanlage ist dafür ein weiterer spannender Baustein, da sie auch zeigt, dass Klimaschutz und Denkmalschutz Hand in Hand gehen können – denn wir befinden uns hier in einer denkmalgeschützten Parkanlage in exponierter Lage im Elbtal. Die deshalb zuerst notwendige Überzeugungsarbeit zum Abbau von Bedenken hat sich gelohnt, und es war gut, dass sich die Sachsen-Energie auf die notwendige städtebauliche Integration der Anlage eingelassen hat. Mit den gewonnenen Erfahrungen kann die städtebauliche Integration weiterer Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien für Strom- und Wärmeversorgung im Stadtgebiet gelingen.“

Dresdner Fernwärme wird grün

Laut Wärmeplanungsgesetz müssen Betreiber von Wärmenetzen bis 2030 mindestens 30 % (und bis 2040 mindestens 80 %) ihrer jährlichen Nettowärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien speisen. Bis 2035 strebt es Sachsen-Energie an, die gesamte Dresdner Fernwärme aus nicht fossilen, grünen Energiequellen zu generieren. 

Sachsen-Energie-Vorstand Cunow freut sich über den weiteren Schritt auf dem Dekarbonisierungspfad: „Mit der Solarthermieanlage fügt sich ein weiteres kleines Puzzleteil unseres Fahrplans in eine CO2-freie Zukunft. Stück für Stück werden wir unter dem Einsatz verschiedenster Technologien eine saubere Fernwärmeversorgung sicherstellen. Neben dieser Anlage kommen schon jetzt Großwärmepumpe und Elektrodenheizkessel zum Einsatz. Der durchgehende Betrieb der Wärmepumpen zur Nutzung der Abwärme der Hochleistungsrechner der TU Dresden steht kurz bevor und weitere Großwärmepumpen und Wärmespeicher sowie Elektrodenheizkessel sind in Planung. Ich schaue optimistisch auf unsere Klimaziele und freue mich sehr über das heutige Etappenziel.“

Sachsen-Energie hat 2020 mit der Planung der Solarthermieanlage begonnen. Das Projekt wird mit 1,15 Mio. € von der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert. Insgesamt sind 2 Mio. € für die Realisierung notwendig. 

EHP-Redaktion

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