Jumbostil-Mischbettkartuschen für die Vollentsalzung

Fernwärmenetze: Bild 5. Für größere Netze bzw. für eine schnelle Entsalzung des Kreislaufwassers kommen die Jumbostil-Einheiten auch stationär zum Einsatz

Bild 5. Für größere Netze bzw. für eine schnelle Entsalzung des Kreislaufwassers kommen die Jumbostil-Einheiten auch stationär zum Einsatz (Bildquelle: privat)

Um das Kreislaufwasser in dem Netz zügig aufzubereiten und auf die gewünschte Leitfähigkeit von < 25 µS/cm zu kommen, setzte Orben für die Aufbereitung die Jumbostil-Mischbettkartuschen ein (Bild 5). Diese Vollentsalzungsanlagen sind die größten Ionenaustauschereinheiten für eine schnelle und zuverlässige Reinstwasserversorgung. Die hohe hydraulische Belastbarkeit – 20 m3/h bei 8 bar Druck und 60 °C – gepaart mit hohen Kapazitäten zwischen den Regenerationen ergeben eine hohe Verfügbarkeit für viele Anwendungen, bei denen schnell und wirtschaftlich große Mengen reinen Wassers benötigt werden. Die Entsalzungsanlagen liefern ein qualitativ hervorragendes Wasser, das nur einen verschwindend geringen Gehalt an ionogenen Verunreinigungen aufweist. Rothe: „Das große Netz haben wir ebenfalls über ein Teilstromverfahren im Bypass im laufenden Betrieb aufbereitet. Am Ende des Projekts hatten wir die Leitfähigkeit in beiden Netzen auf den gewünschten Wert < 25 µS/cm senken können.“

Befüllen von Wärme­speichern mit Reinstwasser

Neben den beiden größten Fernwärmenetzen hat der Fernwärmeversorger aber auch mehrere kleinere Inselnetze auf die salzarme Fahrweise umgestellt. Zusätzlich können zwei neue Wärmespeicher mit einer Kapazität von je 340 m3 das Kreislaufwasser speichern und so Schwankungen ausgleichen. Für die Erstbefüllung rollte ein Spe­zialsattelauflieger von Orben aus Wiesbaden an: „Bestückt mit einer Vorfiltereinheit, acht Ionentau­schermischbettfiltern und einer nachgeschalteten Harzfängerfiltereinheit haben wir beide Wasserspeicher direkt mit Reinstwasser füllen können“, sagt Rothe.

Das Projekt ist mittlerweile abgeschlossen. „Insgesamt hatten wir etwa acht Monate Zeit, zwei für die Planung und sechs für die Um­setzung“, zieht Rothe ein positives Fazit. „Mit unserer eigenen Regenerieraufbereitung der Mischbettharze konnten wir sowohl die Erstbefüllung der Speicher als auch die Bypassaufbereitung des Kreislaufwassers zeitgerecht gewährleisten. Und das alles im laufenden Betrieb. Die Endkunden des Versorgers haben von der Umstellung auf die salzarme Fahrweise nichts mitbekommen.“

Zusammenfassung

Über 7 000 m3 Kreislaufwasser mussten innerhalb von knapp sieben Monaten entsalzt und auf eine Leitfähigkeit < 25 µS/cm gebracht werden. Für die Planung hatten die Wiesbadener lediglich sechs Wochen Zeit. Für die beiden größten Netze wurden insgesamt acht Kationenfüllungen mit je 1 000 l Kapazität sowie 17 Mischbettfüllungen mit ebenfalls je 1 000 l Kapazität verbraucht. Innerhalb von sechs Monaten sind so im Bypassverfahren alle Netze des Versorgers sukzessive auf salzarme Fahrweise umgerüstet worden. Im Januar 2020 ist das Projekt erfolgreich abgeschlossen worden.

Dr. Steffen Orben, Orben Wasseraufbereitung GmbH & Co. KG, Wiesbaden, info@orben.de, www.orben.de

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