Im Fokus der Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen steht die Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung.

Die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen wollen im Rahmen einer Studie untersuchen, wie sie die kommunale Fernwärmeversorgung dekarbonisieren können (Quelle: Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen)

Im ersten Untersuchungsschritt wird Tilia die Treibhausgasbilanz und den CO2-Fußabdruck der Stadtwerke auf Basis des international anerkannten Standards des „Greenhouse Gas Protocols“ bilanzieren. Aus den Ergebnissen werden dann Maßnahmen zur CO2-Reduktion identifiziert und ein Aktionsplan bis 2045 erstellt.

Die SWB-W zielt vor allem darauf ab, die kommunale Fernwärmeversorgung zu dekarbonisieren. Derzeit betreibt das Unternehmen auf der Basis von neun gasbefeuerten Erzeugeranlagen (drei Gaskessel und sechs Blockheizkraftwerke) ein Fernwärmenetz mit einem Jahresabsatz von rd. 40 GWh Wärme. Im Rahmen der Studie sollen mögliche Ausbaugebiete und Verdichtungen des Wärmenetzes auch auf der Grundlage alternativer Energieträger festgelegt werden.

Seit Mai 2023 speist die SWB-W „grüne" Fernwärme aus einer eigenen Solarthermieanlage in das Fernwärmenetz ein. Um künftig möglichst ausschließlich klimaneutral erzeugte Wärme bereitstellen zu können, werden in der Studie regionale Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien wie Geothermie, Solarthermie, Biomasse und Abwärme aus der ortsansässigen Industrie geprüft. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit spielt bei allen Transformationsszenarien die sorgfältige Austarierung ökonomischer, ökologischer und sozialer Indikatoren eine hervorgehobene Rolle.

Die SWB-W möchte mit der Einbindung lokaler und regionaler Kooperationspartner das Tempo bei der Umsetzung der vorgegebenen nationalen Nachhaltigkeits- und Klimaziele weiter erhöhen. Im Stromsektor besteht dazu bereits auch eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit ansässigen Wohnungsunternehmen zur Erschließung des Dachflächenpotenzials für Photovoltaikanlagen. Aus der Kooperation mit Tilia erwarten die Stadtwerke ein deutliches Vorwärtskommen im Fernwärmesektor. Verbunden damit ergeben sich mit einem zukunftsfähigen Fernwärmesystem auch verzahnbare Optionen für die Entwicklung der kommunalen Wärme- und Energieleitplanung.

EHP-Redaktion

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