Spatenstich für dem Umbau des Energieparks Wanheim (v. l.): Andreas Gutschek, Vorstand Infrastruktur und Strategie der Stadtwerke Duisburg, Marco Weiss, Geschäftsführer von ETW Energietechnik, Andreas Eferdinger, Geschäftsbereichsleiter Technik bei Bilfinger, Norbert Schröder, Sprecher der Geschäftsführung der Iqony Solutions, Marcus Vunic, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg und Oberbürgermeister Sören Link (Quelle: Stadtwerke Duisburg)
Sie ersetzen den bestehenden Block A des Gaskraftwerks, der Mitte nächsten Jahres außer Betrieb gehen wird. Vorgesehen sind Rheinwasser-Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke (BHKW) und Elektrokessel sowie die für ihren Betrieb notwendige elektrotechnische Infrastruktur. Die verschiedenen Anlagen sollen künftig gleichzeitig Strom und Fernwärme erzeugen bzw. Strom zur Wärmeerzeugung nutzen.
„Die Wärmewende wird vor Ort umgesetzt – bei unseren Anlagen, in unseren Netzen und mit den Investitionen, die wir heute für die Zukunft auf den Weg bringen“, sagt Oberbürgermeister Sören Link, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg AG ist. „Mit der Modernisierung des Energieparks Wanheim schaffen die Stadtwerke wichtige Voraussetzungen, um die Fernwärmeversorgung in Duisburg klimaschonend weiterzuentwickeln.“
Ziel der Stadtwerke Duisburg ist es, ihre Fernwärmeerzeugung im Laufe des kommenden Jahrzehnts zu dekarbonisieren. Der Umbau des Energieparks Wanheim ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Transformationspfades. Block A des bestehenden Heizkraftwerks mit seiner Gasturbine aus den 1970er-Jahren soll Mitte 2027 durch das Zusammenspiel verschiedener Technologien ersetzt werden. „Wir bauen in Wanheim nicht einfach eine alte Anlage ab und eine neue auf. Wir verändern die Struktur unserer Erzeugung grundlegend“, sagt Marcus Vunic, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg.
Kombination unterschiedlicher Technologien
Ein wesentlicher Baustein sind vier große Wärmepumpen, die thermische Energie aus dem Rheinwasser für die Fernwärmeerzeugung nutzbar machen sollen. Zunächst sollen drei Wärmepumpen mit jeweils 15 MW thermischer Leistung entstehen; eine vierte ist für einen späteren Ausbauschritt vorgesehen. Die vorhandene Kühlwasser-Infrastruktur des HKW III kann für die Zu- und Ableitung des Rheinwassers weitergenutzt werden. Rhein- und Fernwärmewasser bleiben dabei in voneinander getrennten Kreisläufen.
Hinzu kommen bis zu 15 neue BHKW-Module, die zusammen eine elektrische Leistung von rund 67 MW sowie eine thermische Leistung von rund 80 MW erreichen. In der ersten Ausbaustufe werden zehn BHKW-Module errichtet, fünf weitere kommen zu einem späteren Zeitpunkt hinzu. Die BHKW sind wasserstofffähig und können bereits jetzt eine Beimischung von 20 % verarbeiten. Wenn in Zukunft Wasserstoff in ausreichenden Mengen und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar ist, kann der Betrieb durch technische Nachrüstungen ausschließlich mit Wasserstoff laufen.
Ergänzt wird der Anlagenpark um bis zu zwei Elektrokessel mit jeweils 30 MW thermischer Leistung, die zusätzliche Flexibilität für das Energiesystem bereitstellen. Im ersten Ausbauschritt ist zunächst ein Elektrokessel vorgesehen. Damit die neuen Anlagen als Gesamtsystem funktionieren können, entsteht zudem eine neue zentrale Elektrotechnik.
„Künftig werden hier unterschiedliche Technologien miteinander kombiniert, die je nach Verfügbarkeit, Bedarf und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingesetzt werden können und ein aufeinander abgestimmtes Erzeugungssystem bilden. Für uns ist das eine der entscheidenden Investitionen auf dem Weg zu einer zunehmend dekarbonisierten Fernwärmeerzeugung“, sagt Andreas Gutschek, Vorstand Infrastruktur und Strategie der Stadtwerke Duisburg. Die neuen Anlagen sollen bis Ende des Jahres 2029 in Betrieb gehen.