Mit der Inbetriebnahme von „Kessel 13“ haben die Stadtwerke Flensburg einen großen Schritt Richtung Klimaneutralität gemacht.

Inbetriebnahme von Kessel 13 (v.l.): Dr. Fabian Geyer, Oberbürgermeister der Stadt Flensburg, Karsten Müller-Janßen, Projektleiter Kessel 13, Dirk Roschek, Leiter Erzeugung, Dirk Thole, Geschäftsführer, Thorsten Kjärsgaard, Aufsichtsratsvorsitzender, alle Stadtwerke Flensburg (Quelle: Stadtwerke Flensburg)

Die neue Anlage „Kessel 13“ ist wie ihr Zwilling „Kessel 12“ für die Zukunft geplant und kann auf den Betrieb mit grünem Wasserstoff umgestellt werden. „Mit den Kesseln 13 und 12 sparen wir 40 % CO2 im Vergleich zu den altgedienten Kohlekesseln bei gleicher Erzeugungsleistung ein“, sagt Dirk Thole, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg. „Das ist schon ein Riesenschritt, aber Zeit zum Luft holen bleibt uns nicht. Wir wollen in 12 Jahren komplett CO2-neutral sein, daher müssen wir beim Bau neuer Anlagen mit mindestens gleicher Taktzahl weitermachen.“

Transformationsplan

Das sieht auch Karsten Müller-Janßen, Geschäftsbereichsleiter Anlagenbau bei den Stadtwerken, so: „Auch wenn unser finaler Transformationsplan zur Klimaneutralität erst zum vierten Quartal dieses Jahres final verabschiedet wird, sind die nächsten Großprojekte schon über die erste Phase hinaus geplant. Ende dieses Jahres wird unser zweiter Elektrodenheizkessel mit Wärmespeicher ans Netz gehen, im Jahr 2026 wollen wir mit der ersten Großwärmepumpe an der Flensburger Förde mit Fördewasser und Ökostrom CO2-neutral Teile unserer Fernwärme produzieren.“

Diese Planungen sind Bestandteil der Phase zwei des Transformationsplans, der eine Elektrifizierung der Flensburger Wärmeerzeugung enthält. In der anschließenden Phase drei ist dann u.a. der Einsatz grüner Gase wie Wasserstoff vorgesehen, wenn alle technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Umsetzung der Pläne zulassen.

Reduzierung der Emissionen

Nach der Inbetriebnahme des Erdgaskessels 13 wird ein weiterer Kohlekessel außer Betrieb gehen. Dies geschieht allerdings erst nach der Heizperiode 2023/24, um die Versorgungssicherheit auch in diesem Winter nicht aufs Spiel zu setzen und für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.

Dirk Roschek, Leiter der Energieerzeugung bei den Stadtwerken, freut sich über die neue Anlage: „Mit der schnellstartbaren neuen GuD-Anlage Kessel 13 übernehmen wir für die Produktion eine Anlage mit sehr niedrigen umweltrelevanten Emissionen, einem Wirkungsgrad von 93 % und einer sehr hohen Versorgungssicherheit. Zudem ist die neue Anlage Wasserstoff-ready; nun muss der grüne Wasserstoff nur noch kommen.“ 

Vorteil für Flensburger Fernwärmekunden

„Für Kessel 13 und Kessel 12 haben wir insgesamt 225 Mio. € investiert. Das ist aber erst der Anfang. Wir werden einen nochmals deutlich höheren Betrag in die Klimaneutralität unserer Wärmeerzeugung investieren“, so Thole. Das beinhalte einen großen Vorteil für nahezu alle Flensburger: „Mehr als 90 % aller Haushalte sind an unser Fernwärmenetz angeschlossen und da wir die Wärme CO2-neutral stellen, muss in Flensburg kein Fernwärmekunde über seine Wärmeversorgung nachdenken und in eine neue Heizung investieren. Das übernehmen wir somit für unsere Kunden“, sagt Thole.

EHP-Redaktion

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