Einweihung von PowerLahn (v.l.): VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing, AGFW-Präsident Dr. Hansjörg Roll, SWG-Aufsichtsratsvorsitzender Alexander Wright, Gießens Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher, der Hessische Staatsminister Kaweh Mansoori, Manfred Becker sowie die SWG-Vorstände Matthias Funk und Andreas Hergaß (Quelle: SWG)
„Der Name PowerLahn ist also Programm“, erklärt Matthias Funk, Vorstand der SWG, anlässlich der offiziellen Einweihung. Während die Großwärmepumpen in der neu errichteten Energiezentrale an der Lahn untergebracht sind, befinden sich die beiden anderen Komponenten – zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) und ein Power-to-Heat-Modul (P2H) am SWG-Standort Leihgesterner Weg. An dieser Stelle taten vor wenigen Monaten noch zwei Gasturbinen ihren Dienst.
Aufgrund der Signalwirkung, die von PowerLahn ausgeht, folgten zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft der Einladung der SWG, um die Einweihung gemeinsam zu feiern. So gab es Grußworte des Hessischen Staatsministers Kaweh Mansoori, von Manfred Becker als Vertreter des Regierungspräsidiums Gießen, Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher sowie des SWG-Aufsichtsratsvorsitzenden Alexander Wright.
Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), und AGFW-Präsident Dr. Hansjörg Roll würdigten in ihren Ansprachen die Arbeit der SWG auf diesem noch relativ neuen Feld der Wärmeerzeugung. Zudem nahmen Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister der umliegenden Kommunen sowie Vertreter der Gießener Hochschulen an der Einweihung teil. Insgesamt begrüßten die SWG mehr als 100 Gäste.
Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität
Die iKWK-Anlage, über die die EUROHEAT&POWER bereits ausführlich berichtet hat, trägt maßgeblich zum Klimaschutz und damit der Energiewende vor Ort bei. Die Stadt Gießen möchte die Klimaneutralität bis 2035 erreichen. PowerLahn ist ein Meilenstein auf dem Weg dorthin. Von Bedeutung ist dabei vor allem die effiziente Energiewandlung und das P2H-Modul. „Mit dem P2H-Modul entlasten wir das Stromnetz und sorgen dafür, dass PV- und Windkraftanlagen seltener vom Netz gehen müssen“, beschreibt SWG-Vorstand Funk den Einsatz dieser Komponente.
Zudem reduziert PowerLahn die Abhängigkeit von Energieimporten. „Die SWG zeigen hier einmal mehr, was heute schon möglich ist und wohin die Reise gehen muss“, lobt Wright den Bau der wegweisenden Anlage und ergänzt: „PowerLahn ist ein Leuchtturm-Projekt mit Strahlkraft weit über die Region hinaus und ein Vorbild für andere kommunale Energieversorger.“
Zahlen, die für sich sprechen
Rund 30 Mio. € haben die SWG in die iKWK-Anlage investiert. Die drei Großwärmepumpen an der Lahn liefern künftig jährlich etwa 29 GWh Wärme, während die beiden BHKW rund 50 GWh Wärme erzeugen. Das genügt, um die Beheizung und die Warmwasserbereitung für rund 6.800 Wohnungen sicherzustellen. Zudem produzieren die BHKW jährlich rund 47 GWh Strom. Damit lässt sich der Bedarf von rund 21.000 Wohnungen decken.
Die Reduktion der CO2-Emissionen liegt bei rund 10.500 t jährlich für das Gesamtsystem. Dieser Wert basiert auf der Tatsache, dass die drei optimal aufeinander abgestimmten Komponenten nicht nur die ehemaligen Gasturbinen, sondern auch einzelne Gaskessel ersetzen. Dabei gibt es noch Raum für weitere Verbesserungen, denn aktuell betreiben die SWG beide BHKW mit Erdgas. „Selbstverständlich können wir die Aggregate auch mit Biomethan oder Wasserstoff fahren – je nachdem, welcher dieser Brennstoffe künftig in ausreichenden Mengen verfügbar ist“, kündigt Funk an. Nach einer solchen Umstellung würde PowerLahn vollständig klimaneutral arbeiten.